Patricija Ionel wird bei Let’s Dance für ihr Können bestraft

Zehn Punkte gab die Jury für den ersten Tango von Willi Banner und seiner Tanzpartnerin in der Staffel 2026 von Let’s Dance, drei davon von Joachim Llambi. In seiner Begründung sagte der Juror, der Tanz habe zu sehr im Zeichen der Profitänzerin gestanden und zu wenig im Zeichen des eigentlichen Tangos. Kritik an Willi Banner war in dieser Sendung nichts Neues, ungewöhnlich war jedoch, dass sie sich in diesem Fall gegen seine Partnerin richtete.



Der Fehlstart mit Willi Banner

Patricija Ionel tanzt seit 2021 als Profitänzerin bei Let’s Dance. In der Staffel 2026, die am 27. Februar startete, bildete sie mit dem Content Creator Willi Banner ein Paar. Schon der erste gemeinsame Auftritt löste eine Debatte aus, die über eine gewöhnliche Jury-Kritik hinausging.

Llambis Kritik traf ungewöhnlich direkt die erfahrene Tänzerin, obwohl ihr Partner der Anfänger auf dem Parkett war.

Die Trainingswoche, die zur „Katastrophe“ wurde

Nach dem schwachen Start ging das Paar mit spürbar mehr Druck in die zweite Woche. Ionel beschrieb den Prozess selbst so: „Der Prozess ist eine Katastrophe.“ Sie erklärte, sie habe allein neun Stunden an der Choreografie gearbeitet und danach noch einmal tausende Schritte geändert.

Auch Willi Banner meldete sich nach dem ersten Trainingstag zu Wort und sprach von einem Tanz, der ihn deutlich mehr forderte, als er erwartet hatte. Beide beschrieben eine Woche, in der Motivation und Erschöpfung gleichzeitig eine Rolle spielten.

Ein Jubiläum, ein Tiefpunkt und ein Kommentar ihres Mannes

In Show 5, ausgerechnet in Llambis Jubiläumssendung zu 20 Jahren Jurytätigkeit, bekamen Willi Banner und Patricija Ionel nur 15 Punkte, davon 3 von Llambi. Das Paar landete zunächst auf dem letzten Platz des Abends, und viele Zuschauer empfanden die Bewertung angesichts der positiven Reaktion im Studio als kaum nachvollziehbar.

Unter einem Beitrag des offiziellen Let’s-Dance-Accounts auf Instagram schrieb Ionels Ehemann Alexandru Ionel einen einzigen Satz: „Der ‚Chef‘ war heute wieder in Bestform.“ Der Kommentar richtete sich an Llambi, dessen Kritik seine Frau an diesem Abend besonders hart getroffen hatte. Alexandru Ionel tanzte zur selben Zeit selbst in derselben Staffel, mit einer anderen Partnerin, unter demselben Juror, und kannte die Bewertungslogik der Sendung deshalb aus eigener beruflicher Erfahrung.

Eine Woche später, in Show 6, schied das Paar nach der Zuschauerentscheidung aus der Sendung aus.

Was diese Kritik über die Bewertung von Profitänzern zeigt

Dieses Muster zog sich durch mehrere Wochen der Staffel. War in der Choreografie zu wenig von Ionels eigenem Können zu erkennen, urteilte die Jury, der Tanz sei schwach aufgebaut. Zeigte sie zu viel davon, wie in Show 1, lastete die Jury dies der Profitänzerin persönlich an.

Vom prominenten Kandidaten erwartete die Sendung sichtbaren Fortschritt. Von der Profitänzerin erwartete sie, dass sie führt, ohne dass es auffällt.

Über dieses Muster wird selten so offen berichtet, möglicherweise auch, weil viele Berichte über die Sendung aus Kooperationen mit dem eigenen Sender entstehen. Der Fall aus der Staffel 2026 macht sichtbar, wie unterschiedlich dieselbe Qualität bewertet wird, je nachdem, wer sie zeigt.

Vom Miss-Universe-Titel zur Weltmeisterin im Showdance

Bevor sie bei Let’s Dance zur Zielscheibe wurde, hatte Patricija Ionel bereits eine lange Karriere im Turniertanz und im Schönheitswettbewerb hinter sich. Geboren wurde sie als Patricija Belousova am 3. Februar 1995 in Vilnius. Sie studierte Choreografie an der Litauischen Sportuniversität in Kaunas und trainierte bereits als Teenager in Kaunas und später in Moskau auf internationalem Niveau.

2014 wurde sie zur Miss Universe Lithuania gekrönt und vertrat ihr Land Anfang 2015 bei der Miss-Universe-Wahl in den USA. 2017 trat sie als Miss International Lithuania in Tokio an.

Parallel dazu blieb der Tanzsport ihr eigentliches Feld. 2019 zog die gebürtige Litauerin nach Deutschland und bildete mit Alexandru Ionel ein Paar, mit dem sie 2022 den Weltmeistertitel im Showdance Standard Professional gewann.

Kurzprofil

AngabeInformation
GeburtsnamePatricija Belousova
Geburtsdatum3. Februar 1995
GeburtsortVilnius, Litauen
WohnortHamburg-Winterhude
BerufProfitänzerin, Choreografin, Designerin
EhemannAlexandru Ionel
Kinderein Sohn, zweieiige Zwillinge
Bei Let’s Dance seit2021

Ihre bisherigen Tanzpartner bei Let’s Dance

Seit ihrem Einstieg in die Sendung stand die Weltmeisterin mit sechs verschiedenen Promis auf dem Parkett.

  • 2021: Simon Zachenhuber, Einzug ins Halbfinale
  • 2022: kurzfristig Timur Ülker und Mathias Mester als Krankheitsvertretung
  • 2023: Philipp Boy, dritter Platz
  • 2024: Tillman Schulz, Ausscheiden in Show 2
  • 2025: Taliso Engel, zweiter Platz
  • 2026: Willi Banner, Ausscheiden in Show 6

Familie und Marke in Hamburg

Patricija Ionel und Alexandru Ionel heirateten im Januar 2022, kurz vor der Geburt ihres gemeinsamen Sohns. Im September 2024 kamen zweieiige Zwillinge dazu. Die Familie lebt in Hamburg-Winterhude, wo die Tänzerin ihre eigene Marke Bellatricia Refined betreibt und Schmuck sowie Turnier- und Abendkleidung entwirft.

Ihr Bruder Edvinas Belousovas ist ebenfalls professioneller Tänzer und trat in der litauischen Version von Let’s Dance an.

Die Staffel danach

Let’s Dance 2026 endete am 29. Mai mit dem Sieg von Anna-Carina Woitschack und Evgeny Vinokurov. Zu diesem Zeitpunkt war Patricija Ionel bereits sechs Wochen nicht mehr im Rennen. Parallel zu ihrer Tanzkarriere arbeitet sie als Tanzsporttrainerin und an ihrer Marke Bellatricia Refined.


Quellen:

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen