Leena Al Ashqar ist die Ehefrau von Fifa-Präsident Gianni Infantino und stammt aus dem Libanon, wo sie vor ihrer Heirat für den nationalen Fußballverband arbeitete. Bekannt ist über sie trotzdem kaum etwas aus erster Hand. Nach heutigem Kenntnisstand hat sie nie ein Interview gegeben, besitzt kein bekanntes Social-Media-Profil, und selbst ihr Geburtsdatum ist bis heute nicht dokumentiert.
Ihr Mann redet dagegen viel über sich selbst. Infantino hat erzählt, wie er als Baby fast gestorben wäre, wie ihn seine roten Haare im Wallis zur Zielscheibe von Mobbing machten und wie sein Vater starb, einen Tag bevor seine Zwillingstöchter zur Welt kamen. Über seine Frau hat er in all diesen Gesprächen kaum je ein Wort verloren.
Auch nach dem Ende der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika, bei der Infantino wochenlang im Zentrum der Berichterstattung stand, bleibt sie eine der am wenigsten greifbaren Personen im internationalen Fußball.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Leena Al Ashqar?
In internationalen Meldungen, etwa der Nachrichtenagentur AP, wird ihr Name auch als Lina al-Ashkar geschrieben, eine übliche Schwankung bei der Übertragung arabischer Namen ins Lateinische. Bekannt wurde sie über ihre Ehe mit Gianni Infantino, den sie im beruflichen Umfeld des Fußballs kennenlernte.
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Herkunft | Libanon |
| Rolle | Ehefrau von Gianni Infantino |
| Frühere Tätigkeit | Stellvertretende Generalsekretärin, libanesischer Fußballverband |
| Verheiratet seit | 2001 |
| Kinder | Vier Töchter, darunter ein Zwillingspaar |
| Geburtsdatum | Nicht bestätigt |
| Interviews | Keine bekannt |
Karriere beim libanesischen Fußballverband
Bevor sie Infantinos Frau wurde, arbeitete sie als stellvertretende Generalsekretärin des libanesischen Fußballverbands. Infantino war zu dieser Zeit noch für die Uefa tätig, bevor er später zum Weltverband wechselte. Über diese gemeinsame berufliche Welt sollen sich die beiden kennengelernt haben, auch wenn das genaue Jahr ihres ersten Treffens nirgends festgehalten wurde.
Diese berufliche Vorgeschichte ist einer der wenigen Punkte, in denen sich seriöse Quellen einig sind, darunter das deutsche Portal t-online.
Vier Töchter und ein Zwillingspaar
Was über die Familie öffentlich bekannt ist, stammt fast ausschließlich aus einem einzigen Interview, das Infantino wenige Tage nach seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten im März 2016 dem SonntagsBlick gab. Dort erzählte er, dass zwei seiner vier Töchter Zwillinge sind und einen Tag nach dem Tod seines eigenen Vaters geboren wurden.
„Mein Vater ist gestorben, am anderen Tag kamen meine beiden Zwillingstöchter auf die Welt. Ich habe meinen Vater verloren und am anderen Tag plötzlich zwei Kinder gehabt.“
Diese Aussage stammt direkt aus dem Originalinterview bei Blick. Aus den dort genannten Altersangaben lässt sich ableiten, dass die Zwillinge im Januar 2003 zur Welt kamen, kurz nach dem Tod von Infantinos Vater. Die Namen aller vier Töchter sind bekannt: Shania Serena, Alessia, Sabrina und Dhalia Nora. Welche zwei davon die Zwillinge sind, wurde nie öffentlich benannt.
Ein weiteres seltenes Detail aus dem Familienleben betrifft die jüngste Tochter, Dhalia Nora. Während der Weltmeisterschaft 2018 in Russland musste sie sich einer Notoperation wegen einer Blinddarmentzündung unterziehen. Beide Eltern sollen zu dieser Zeit gemeinsam im Krankenhaus in St. Petersburg gewesen sein.
Wie oft zeigt sie sich in der Öffentlichkeit?
Ganz von der Bildfläche verschwunden ist sie nicht. Belegt sind unter anderem folgende Auftritte:
- Die Hochzeit von Anant Ambani und Radhika Merchant in Mumbai im Juli 2024, ein seltener gemeinsamer Auftritt der ganzen Familie
- Die Auslosung der Weltmeisterschaft 2026 im Kennedy Center in Washington, Ende 2025
- Das Finale der Klub-Weltmeisterschaft im Juli 2025 in New Jersey, wo sie neben Infantino saß, wenige Plätze von Donald und Melania Trump entfernt
Zwischen diesen Terminen bleibt sie unsichtbar. Kein Interview, kein Social-Media-Auftritt, kein Zitat, das ihr direkt zugeschrieben wäre. Das unterscheidet sie deutlich von ihrem Mann, der kaum eine Gelegenheit für ein Gespräch mit Medien auslässt.
Katar, Zug oder Zürich: Wo lebt die Familie?
An dieser Stelle widersprechen sich die Berichte. Das deutsche Portal t-online berichtete, die Familie habe 2021 ein Haus in Doha bezogen, wo zwei Töchter zur Schule gegangen seien, im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. In einem späteren Gespräch mit der Schweizer Boulevardzeitung Blick widersprach Infantino diesen Berichten und erklärte, sein Wohnsitz und sein steuerlicher Lebensmittelpunkt seien Zürich.
Welche Version zutrifft oder ob sich die Situation über die Jahre einfach verändert hat, lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht abschließend klären.
Libanesische Staatsbürgerschaft für Infantino
Im Februar 2026 erhielt Gianni Infantino nach einem Beschluss des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun die libanesische Staatsbürgerschaft und holte seinen Pass persönlich am Innenministerium in Beirut ab, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Damit besitzt er nun drei Pässe: den Schweizer, den italienischen und den libanesischen.
Diese Einbürgerung hängt direkt mit seiner Frau zusammen. Nach libanesischem Recht können Frauen ihre Staatsbürgerschaft normalerweise nicht an einen ausländischen Ehemann oder an gemeinsame Kinder weitergeben, das hob AP in ihrer Meldung eigens hervor. Bei Libanesen mit ausländischen Ehefrauen läuft es umgekehrt: Ihre Kinder erhalten die Staatsbürgerschaft automatisch. Weil Infantino mit einer Libanesin verheiratet ist, hätte er nach dieser Regel eigentlich keinen Anspruch auf einen libanesischen Pass gehabt. Aoun umging das mit einem eigenen Präsidialbeschluss und gewährte ihm und seiner Familie die Staatsbürgerschaft trotzdem. Die vollständige Meldung dazu findet sich bei Arab News.
Warum so wenig über sie bekannt ist
Infantino, laut Wikipedia am 23. März 1970 im Wallis geboren, hat seine eigene Geschichte über die Jahre immer wieder neu erzählt: die Kindheit am Bahnhofskiosk in Brig, den Bluttransport per Helikopter nach seiner Geburt, den Verlust seines Vaters mitten im größten familiären Glücksmoment seines Lebens. Über die Frau, die in all diesen Momenten an seiner Seite war, existiert praktisch nichts Vergleichbares.
Ob das reine Zurückhaltung ist oder eine bewusste Entscheidung der ganzen Familie, lässt sich von außen nicht beantworten. Überprüfbar ist dagegen eine andere Tatsache: Weder in libanesischen noch in internationalen Medienarchiven lässt sich bis heute ein einziges direktes Zitat von Leena Al Ashqar finden.

