Stefan Feuerstein verlässt DocMorris: Lebenslauf und Gründe

Stefan Feuerstein, früher Vorstand der Metro AG und langjähriger Verwaltungsratspräsident von Zur Rose, der heutigen DocMorris, ist aus dem Gremium ausgeschieden. Sein Mandat endete am 12. Mai 2026 mit der Generalversammlung in Zürich. Dort folgten die Aktionäre in allen Abstimmungen dem Verwaltungsrat, der Investor CEPD, der das Präsidium übernehmen wollte, unterlag.



Auf einen Blick

Abschied: Am 3. März 2026 angekündigt, mit der Generalversammlung am 12. Mai 2026 vollzogen.

Grund: Laut DocMorris wollte er andere persönliche Prioritäten setzen.

Laufbahn: EK Großeinkauf, Metro-Vorstand ab 2003, Markant, Nordwest Handel, ElectronicPartner, Zur Rose.

Wer ist Stefan Feuerstein? Das Kurzprofil

AngabeInhalt
NameProf. Dr. Stefan Feuerstein
Jahrgang1955
Nationalitätdeutsch
AusbildungStudium der Betriebswirtschaft
LehreHonorarprofessor der Hochschule Worms seit 2001
Zuletzt bei DocMorrisVizepräsident des Verwaltungsrats bis 12. Mai 2026
Weitere AufgabeVorsitzender des Gesellschafterrats der UNIMO-Gerstner-Gruppe, Zug/Xanten

Quellen: Profil der Zur Rose Group und die Mitteilung von DocMorris vom 3. März 2026.

Rückzug aus dem DocMorris-Verwaltungsrat: die Chronik

3. März 2026. DocMorris teilt in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass Feuerstein, Dr. Christian Mielsch und Rongrong Hu nicht zur Wiederwahl antreten. Drei der sechs Sitze werden frei. Präsident Walter Oberhänsli sagt, die drei hätten das Unternehmen „durch entscheidende Phasen der Transformation begleitet“. Das Unternehmen hebt hervor, Feuerstein habe die strategische Entwicklung maßgeblich geprägt, zuerst als langjähriger Präsident, zuletzt als Vizepräsident. Nach Angaben von DocMorris wollten er und Mielsch andere persönliche Prioritäten setzen, Hu habe neue berufliche Verpflichtungen (Pharmazeutische Zeitung).

Ende März. Der polnische Investor Jacek Szwajcowski beantragt über seine Gesellschaft CEPD N.V., für die Generalversammlung drei eigene Vertreter in den Verwaltungsrat zu wählen und das Präsidium zu übernehmen. CEPD hält nach Angaben der Nachrichtenagentur AWP rund 15 Prozent der Aktien, dahinter steht die polnische Pelion-Gruppe.

16. April. DocMorris veröffentlicht die Einladung zur Generalversammlung. Der Verwaltungsrat stellt sich gegen die CEPD-Forderung und ruft die Aktionäre auf, ihr Stimmrecht zu nutzen.

12. Mai. In Zürich folgen die Aktionäre den Empfehlungen des Verwaltungsrats. Oberhänsli bleibt Präsident, Fritz Oesterle, der Kandidat von CEPD, fällt durch. Feuerstein, Mielsch und Hu verlassen das Gremium.

15. Oktober. DocMorris meldet für das dritte Quartal ein bereinigtes EBITDA von 0,6 Millionen Franken im Plus und damit die operative Gewinnschwelle. Der Außenumsatz stieg um 21,5 Prozent auf 342,7 Millionen Franken, die Prognose für 2026 wurde erneut angehoben (Pharmazeutische Zeitung).

Eine Verbindung zwischen Feuersteins Abschied und dem Streit mit CEPD stellt weder DocMorris noch die Berichterstattung her.

Vom Metro-Vorstand zum Verwaltungsratspräsidenten von Zur Rose

Feuerstein übernahm das Präsidium von Mitgründer Walter Oberhänsli, der es nach Angaben des Tagblatts von 1996 bis 2011 geführt und seit 2005 zugleich die Konzernleitung innegehabt hatte. Damit wurden die beiden Ämter getrennt.

Am 21. Oktober 2021 kündigte das Unternehmen den nächsten Wechsel an: Oberhänsli sollte als Präsident zurückkehren, Walter Hess die Konzernleitung übernehmen. Auf der Generalversammlung am 28. April 2022 wählten die Aktionäre Oberhänsli, Feuerstein wurde Vizepräsident. Laut Lebensmittelzeitung übernahm er dabei auch die Rolle des Lead Director, in der er die Tätigkeit des Präsidenten überwachte. Die Zur Rose Group heißt heute DocMorris AG.

Lebenslauf: von EK Großeinkauf bis DocMorris

Auffällig ist, wie nah die meisten Stationen am Einkauf liegen. EK Großeinkauf und ElectronicPartner sind Verbundgruppen des Handels, Nordwest Handel nennt die Lebensmittelzeitung einen Einkaufs- und Dienstleistungsverband, bei Metro verantwortete Feuerstein den Konzerneinkauf.

ZeitraumStationAufgabe
bis Ende der 1990er JahreEK Großeinkauf eG, BielefeldVorstandschef, Wechsel zu Metro mit 41 Jahren
bis Ende 2002Metro Großhandels GmbH, RealGeschäftsführung, zuletzt rund drei Jahre Sprecher der Real-Geschäftsführung
2003 bis 2006Metro AGVorstand für Einkauf/Import, Werbung, Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel
2007 bis 2010MarkantGeschäftsführer ab 1. März 2007, später CEO der Markant AG
2010/2011Nordwest Handel AG, HagenAufsichtsratsvorsitzender, bei der Wahl 55 Jahre alt
ab 2011ElectronicPartnerVerwaltungsrat, später Vorsitzender, inzwischen ausgeschieden
ab 2011Zur Rose / DocMorrisPräsident, ab 28. April 2022 Vizepräsident, bis 12. Mai 2026
ab Dezember 2017EVAN Management AGPräsident des Verwaltungsrats

Metro und Real

Zum 1. Januar 2003 folgte Feuerstein im Metro-Vorstand auf Joachim Suhr. Der damals 46-Jährige übernahm Einkauf und Import, Werbung, Gastronomie und die Betreuung des Lebensmitteleinzelhandels. Als Real-Chef Uwe Hölzer das Unternehmen verließ, führte er die SB-Warenhauskette zusätzlich. Am 28. Juli 2006 meldete Textilwirtschaft, dass er den Konzern nach acht Jahren im gegenseitigen Einvernehmen verlässt. Zuletzt war er neben dem Einkauf für die Neupositionierung von Real zuständig. Den Einkauf übernahm Frans Muller, die Real-Geschäftsführung Andreas Riedel.

Nach Metro

Zum 1. März 2007 wechselte Feuerstein als Geschäftsführer zu Markant. Als Nordwest Handel ihn zum Aufsichtsratsvorsitzenden wählte, hieß es in der Mitteilung des Verbands, er bringe als früherer EK-Vorstandschef, Metro-Vorstand und Markant-CEO große operative Managementerfahrung mit.

Dem Verwaltungsrat von ElectronicPartner gehörte er seit 2011 an. Als sich Hartmut Haubrich nach 50 Jahren in der Verbundgruppe aus dem Gremium zurückzog, übernahm Feuerstein den Vorsitz. Nach Angaben von ElectronicPartner ist er dem Unternehmen und der Familie Haubrich seit 1983 verbunden und steht ihm nach seinem Ausscheiden beratend zur Seite.

Im Dezember 2017 wählte die EVANGroup ihn zum Präsidenten des Verwaltungsrats der EVAN Management AG, wo er Corporate Governance, Kapitalmarkt und strategische Unternehmensentwicklung begleiten sollte. Nach der Mitteilung führte er zu dieser Zeit auch den Board der Elektroniksparte der saudischen Al Faisaliah Group.

Namensvettern: Verwechslungen vermeiden

Der Name kommt mehrfach vor:

  • Stefan J. Feuerstein: Autor des Management-Ratgebers „A-B-C Delegation“ (2025).
  • Dr. Stefan Feuerstein: In Wirtschaftsdatenbanken als Direktor von Greenrise Global Brands geführt, einem Anbieter von medizinischem Cannabis, mit abweichenden Titel- und Altersangaben.
  • Holzkaufmann Stefan Feuerstein: Laut Filmportal früherer Ehemann der Schauspielerin Jutta Speidel.

Für eine Identität mit dem früheren Metro-Vorstand liegen bei keiner dieser Personen Hinweise vor.

Häufige Fragen

Wie alt ist Stefan Feuerstein?

Er wurde 1955 geboren und ist damit 70 oder 71 Jahre alt. Ein genaues Geburtsdatum nennt das Profil von Zur Rose nicht.

Wann war er im Metro-Vorstand?

Ab dem 1. Januar 2003. Sein Abschied wurde am 28. Juli 2006 gemeldet.

Warum verließ er den DocMorris-Verwaltungsrat?

Nach Angaben von DocMorris wollte er andere persönliche Prioritäten setzen.

Ist er der Ex-Mann von Jutta Speidel?

Dazu gibt es keine Angabe. Filmportal nennt als früheren Ehemann der Schauspielerin einen Holzkaufmann gleichen Namens, eine Verbindung zum Metro-Vorstand stellt keine Quelle her.

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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