Am Pfingstwochenende trat Johann Lafer im ZDF-Fernsehgarten auf, ohne seinen markanten Oberlippenbart und mit einem Bandana um den Kopf. In den sozialen Netzwerken folgten sofort Vermutungen, von einer Abnehmspritze war die Rede, von einer Midlife-Crisis. Kaum jemand außerhalb der Familie ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass seine beiden Kinder den eigentlichen Grund längst kannten.
Jonathan Lafer ist der jüngere der beiden Kinder des österreichischen Sternekochs Johann Lafer und seiner Frau Silvia, inzwischen 25 Jahre alt. Über sein eigenes Leben ist kaum etwas bekannt. In den vergangenen Wochen ist das relevant geworden, weil sein Vater erstmals ausführlich über seine Krebserkrankung gesprochen hat.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Jonathan Lafer?
Jonathan Lafer wurde 2001 geboren. Seine Schwester Jennifer ist heute 31 Jahre alt. Die Familie lebt seit vielen Jahren im rheinland-pfälzischen Guldental, wo sein Vater auch seine Kochschule betreibt.
Ein kurzer Überblick über das, was zu Jonathan Lafer verlässlich bekannt ist:
- Geboren 2001, aktuell 25 Jahre alt
- Sohn von Johann Lafer und Silvia Buchholz-Lafer, die seit 1990 verheiratet sind
- Jüngerer Bruder von Jennifer Lafer
- Aufgewachsen in Guldental, Rheinland-Pfalz
- Kein bestätigtes Interview, kein dokumentierter Beruf, keine öffentlichen Auftritte in eigener Sache
Die Zurückhaltung kommt von der Familie selbst. Sein Vater steht seit Jahrzehnten mit Sendungen wie „Lafer! Lichter! Lecker!“ und „Die Küchenschlacht“ im Fernsehen, sein Sohn dagegen hat nie ein öffentliches Leben geführt. Fast alles, was sich über Jonathan Lafer sagen lässt, stammt aus den Worten seines Vaters.
Eine Diagnose, die zweieinhalb Jahre geheim blieb
Johann Lafer erhielt die Diagnose im November 2023. Ärzte stellten ein indolentes, also langsam wachsendes Non-Hodgkin-Lymphom fest, umgangssprachlich als Lymphdrüsenkrebs bekannt. Zunächst setzte er auf Ernährungsumstellung und alternative Methoden, während die betroffenen Lymphknoten ärztlich beobachtet wurden.
Im Januar 2026 verschlechterte sich sein Zustand. Die Lymphknoten waren am ganzen Körper geschwollen, nachts kamen Schweißausbrüche und Schlafstörungen dazu. Seitdem läuft die Chemotherapie, mittlerweile hat er vier Zyklen hinter sich, mit Nebenwirkungen wie Haarausfall, deutlichem Gewichtsverlust und zeitweisem Verlust des Geschmackssinns.
Seine Kinder erfuhren davon deutlich später als die behandelnden Ärzte. Jennifer und Jonathan wussten erst rund zwei Monate vor der öffentlichen Bekanntgabe, was mit ihrem Vater los war, nachdem er selbst zweieinhalb Jahre lang niemandem außerhalb seiner Ehe davon erzählt hatte.
Der Moment, in dem alles öffentlich wurde
Am 31. Mai bestätigte Johann Lafer im Interview mit der Bild am Sonntag, was zu diesem Zeitpunkt bereits vermutet wurde. Wenige Tage später sprach er ausführlicher mit den Magazinen Bunte und Merkur über seine Behandlung und ihre Nebenwirkungen. Seiner Frau hatte er zuvor gesagt, dass er nichts mehr vorgaukeln wolle, wie er später der Abendzeitung München erzählte.
Für Jennifer und Jonathan änderte sich an diesem Wochenende wenig, sie wussten zu diesem Zeitpunkt bereits Bescheid. Laut brisant.de kamen beide sofort, nachdem ihr Vater mit ihnen gesprochen hatte, und standen den Eltern seither zur Seite. Der öffentliche Teil der Geschichte begann damit erst, nachdem der private Teil längst abgeschlossen war.
Offenheit als Marke, Schweigen als Praxis
Der eigentlich interessante Punkt an dieser Geschichte hat weniger mit Jonathan Lafer selbst zu tun als mit der Art, wie seine Familie mit Öffentlichkeit umgeht. Sein Vater hat seine gesamte Fernsehkarriere auf Nahbarkeit aufgebaut, mit mehr als 60 Kochbüchern und jahrzehntelanger Präsenz in deutschen Wohnzimmern.
Dieselbe Person hat eine ernste Erkrankung zweieinhalb Jahre verschwiegen, erst vor der Öffentlichkeit, dann noch länger vor den eigenen Kindern. Wer öffentlich auftritt, bestimmt in der Regel auch, was wann gezeigt wird, und genau diese Kontrolle über den Zeitpunkt gehörte bei Johann Lafer schon immer zu seinem Auftreten, ob bei einem neuen Kochbuch oder bei einer Krebsdiagnose.
Für seine Kinder bedeutete das, außerhalb dieser Entscheidung zu stehen, bis sie plötzlich mittendrin waren.
Jonathan Lafer heute: viel Familie, wenig Öffentlichkeit
Bis heute existiert kein Interview mit Jonathan Lafer selbst, kein bestätigtes Social-Media-Profil mit nennenswerter Reichweite und keine seriöse Quelle zu seiner Ausbildung oder seinem Beruf. Einzelne Blogs behaupten dazu Unterschiedliches, teils widersprüchlich und ohne erkennbare Quelle, weshalb sich diese Angaben nicht bestätigen lassen.
Bestätigt ist dagegen, dass sein Vater die Unterstützung durch seine Kinder als große Hilfe in einer schwierigen Zeit beschreibt. Laut seiner Frau Silvia haben Ärzte inzwischen positive Signale gegeben, die Chemotherapie schlägt an, die betroffenen Lymphknoten werden kleiner. Ende Juni berichtete die Abendzeitung München, dass Johann Lafer trotz Sommerhitze und laufender Behandlung weiterhin, wenn auch reduziert, öffentliche Termine wahrnimmt.
Eine Familie, die weiterhin um Zeit kämpft
Die Geschichte von Jonathan Lafer bleibt vor allem die Geschichte seiner Familie. Er selbst hat nie versucht, aus seiner Rolle als Sohn etwas Öffentliches zu machen. Gerade deshalb ist die kurze Zeitspanne zwischen dem Moment, in dem er von der Erkrankung seines Vaters erfuhr, und dem Moment, in dem der Rest des Landes davon erfuhr, eine der wenigen konkreten Tatsachen, die sich über ihn belegen lassen.
Johann Lafer befindet sich nach eigenen Angaben weiterhin in einer schwierigen Phase der Behandlung, nimmt aber weiterhin ausgewählte Termine wahr. Wie es seinem Sohn in dieser Zeit persönlich ergangen ist, hat bislang niemand aus der Familie öffentlich beschrieben.
Quellen:

