Julia Scharf moderiert seit über einem Jahrzehnt die großen Wintersport-Übertragungen im Ersten. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina war sie zum ersten Mal seit Sotschi 2014 nicht Teil des ARD-Moderationsteams für Ski Alpin und Skispringen. Esther Sedlaczek und Stephanie Müller-Spirra übernahmen die Rolle, die zuvor sie und Jessy Wellmer ausgefüllt hatten. Eine offizielle Begründung dafür gab es nicht.
Wer die Moderatorin bisher nur aus dem Wintersport kennt, sieht hier nur die halbe Geschichte. Woher sie kommt, was sie neben der Sportschau noch macht und warum ausgerechnet 2026 ein interessantes Jahr in ihrer Karriere ist, zeigt ein Blick auf ihren gesamten Werdegang.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Ausbildung
Geboren wurde sie am 3. Januar 1981 in Gera, damals noch in der DDR. Ihre Familie zog später nach Zorneding in Oberbayern, wo sie zur Schule ging und ihr Abitur machte. Von 2001 bis 2006 studierte sie an der Technischen Universität München Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation.
Nach mehreren Praktika fand sie 2008 ihren Einstieg beim Sportsender DSF, dem heutigen Sport1, und arbeitete dort unter anderem als Feldreporterin für den IPTV-Dienst Liga total der Deutschen Telekom. Seit November 2011 gehört sie zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Stationen im Überblick
- Bundesliga Pur und Sport1 News bei Sport1, 2008 bis 2011
- Sport im Dritten und Sport am Samstag beim SWR Fernsehen, seit 2011
- Sportteil der Tagesthemen und Turn-Übertragungen im Ersten, seit 2011
- Ski Alpin und Skispringen bei Olympischen Winterspielen, beginnend in Sotschi 2014
- Blickpunkt Sport im Bayerischen Rundfunk, seit 2016
- Abendschau im Bayerischen Rundfunk, seit 2019
- Live-Berichterstattung von der Fußball-EM 2016, der WM 2018 in Russland und der EM 2024
Kein anderer Programmpunkt in dieser Liste war so eng mit ihrem Namen verbunden wie die Wintersport-Übertragungen bei Olympia. Das macht ihre Auslassung 2026 bemerkenswert.
Was bei Olympia 2026 passierte
Öffentlich-rechtliche Sender kommentieren Besetzungsentscheidungen selten. Die Stuttgarter Zeitung berichtete im Februar 2026 lediglich, dass die ARD bei den Winterspielen erneut auf ein Frauen-Duo setzte, dieses Mal mit Esther Sedlaczek und Stephanie Müller-Spirra statt mit Jessy Wellmer und Julia Scharf. Warum genau diese Entscheidung fiel, blieb offen.
Ihre übrigen Aufgaben führte sie unverändert fort. Auf der offiziellen Sportschau-Seite war sie noch im Sommer 2026 mit regelmäßigen Sendungen im Ersten gelistet. Auffällig ist das im Vergleich zu einer zweiten Tätigkeit, die zur gleichen Zeit lief und mit genau dem Bereich zu tun hat, aus dem sie bei Olympia herausgenommen wurde: dem Auftreten vor der Kamera.
Lehrtätigkeit und Medientraining
Neben ihrer Arbeit für ARD und BR unterrichtet Julia Scharf im Masterstudiengang Sports Business and Communication an der Munich Business School. In einem Interview, das die Hochschule vor einigen Jahren veröffentlichte, beschrieb sie ihre dortige Aufgabe selbst: praktische journalistische Übungen sowie Kamera- und TV-Coaching für die Studierenden.
In diesem Gespräch schilderte sie auch, wie ihr Weg vor die Kamera begann. Vor ihrer Fernsehkarriere war sie selbst im Voltigieren aktiv, einer turnerischen Pferdesportart, und stand im Nationalkader. Als Co-Trainerin gewann ihr Team im Jahr 2000 die Weltmeisterschaft. Erst danach folgte ein Volontariat bei einem Münchner Zeitungsverlag und schließlich der Einstieg bei Sport1.
Zusätzlich ist sie auf dem Profil einer Agentur für Redner und Fachexperten als Anbieterin von Medientraining gelistet, mit dem Hinweis, dass sicheres Auftreten sich üben lässt.
Privatleben
Laut übereinstimmenden Medienberichten ist Julia Scharf seit 2013 mit dem früheren Leichtathleten Michael Mosler verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und lebt im Raum München. Fotos von Ehemann oder Kindern veröffentlicht sie nicht. In einem Interview mit der Bild aus dem Jahr 2017 sagte sie, der Alltag mit zwei Kindern sei „ein bisschen komplizierter“ geworden. Mehr Details zur Familie gibt sie öffentlich kaum preis.
Gegenüber dem Verband Deutscher Sportjournalisten äußerte sie sich zu ihrem Privatleben etwas offener:
- Golf, Skifahren, Snowboarden und Langlaufen zählen zu ihren Hobbys
- Sie ist ehrenamtliche Botschafterin für die SOS-Kinderdörfer
- Sie trainiert eine Kinder-Ski-Mannschaft
- Für E-Sport konnte sie sich nach eigener Aussage nie begeistern
Aktueller Stand
Auch ohne die Olympia-Bühne bleibt sie im Programm präsent. Sie moderiert weiterhin die Sportschau im Ersten sowie Blickpunkt Sport und die Abendschau im Bayerischen Rundfunk. Zusätzlich läuft ihre Arbeit an der Munich Business School und als Medientrainerin weiter.
Ob die Umbesetzung bei Olympia 2026 mit ihrer wachsenden Rolle als Ausbilderin zusammenhängt oder eine reine Personalentscheidung der ARD war, lässt sich öffentlich nicht klären. Belegt ist nur, dass beide Entwicklungen zeitlich zusammenfielen.
Quellen:

