Fiona Coors: Ausstieg aus Der Staatsanwalt ohne Erklärung

Achtzehn Jahre lang war Fiona Coors jeden Freitagabend im ZDF zu sehen, als Kriminalhauptkommissarin Kerstin Klar in „Der Staatsanwalt“. Im Januar 2023 stieg sie aus der Rolle aus, auf eigenen Wunsch, mitten in einer Staffel, die der Serie ihre bis dahin höchste Reichweite seit Jahren einbrachte: Über 7,4 Millionen Menschen sahen im selben Frühjahr eine einzelne Folge. Eine Begründung dafür lieferte die Schauspielerin nie öffentlich.

Geboren wurde Coors am 7. Juni 1972 in Hameln, aufgewachsen zwischen Hamburg und London.



Die wichtigsten Stationen im Überblick:

  • Tochter des Schauspielers und Synchronsprechers Stephan Schwartz
  • Private Schauspiel- und Tanzausbildung von 1989 bis 1993, unter anderem an der Stage School Hamburg
  • Erster größerer Fernseherfolg Ende der 1980er-Jahre in der Familienserie „Mit Leib und Seele“
  • Hauptrolle in „Der Staatsanwalt“ von 2005 bis Januar 2023
  • Ausbildung zur Yogalehrerin von 2003 bis 2005
  • Buch „Darf ich vorstellen: Legasthenie. Die Rolle meines Lebens“, erschienen im Mai 2022
  • Lebt mit ihrem Lebenspartner in der Nähe von München, hat zwei erwachsene Söhne

Herkunft und die ersten Jahre vor der Kamera

Zum Schauspiel kam Coors nicht ganz zufällig. Ihr Vater Stephan Schwartz ist selbst Schauspieler und einer der bekannteren deutschen Synchronsprecher, unter anderem für Tom Cruise und Kenneth Branagh. Aufgewachsen ist sie trotzdem vor allem bei ihrer Mutter, zu der sie eine besonders enge Bindung hatte. Als diese im Alter von 44 Jahren an einer Gehirnblutung starb, zog sich Coors für eine Zeit vollständig aus dem Beruf zurück.

Die schauspielerische Ausbildung organisierte sie privat, mit Tanzunterricht an der Stage School Hamburg, der Lola Rogge Schule und dem Studio 33. Kleinere Nebenrollen führten sie Ende der 1980er-Jahre zu ihrem ersten größeren Erfolg in „Mit Leib und Seele“. Danach folgten Auftritte in „Das Traumschiff“, „Derrick“, „Peter Strohm“, mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen sowie in „Donna Leon“ und „Bella Block“.

Wie aus einer Nebenrolle achtzehn Jahre wurden

Am 10. Januar 2005 startete „Der Staatsanwalt“ im ZDF, eine Koproduktion mit SRF und ORF rund um Oberstaatsanwalt Bernd Reuther, gespielt von Rainer Hunold. Coors war von der ersten Folge an dabei, an der Seite von Marcus Mittermeier und später Simon Eckert sowie Max Hemmersdorfer. In der Handlung wurde ihre Figur zur Lebensgefährtin und späteren Ehefrau von Thomas Reuther, dem Sohn des Staatsanwalts, bevor die beiden sich im weiteren Verlauf der Serie wieder trennten.

Insgesamt spielte Coors die Rolle über 100 Folgen hinweg, von der ersten bis zur 18. Staffel.

Der Ausstieg im Januar 2023

Die 18. Staffel startete am 13. Januar 2023 mit der Folge „Kontrollverlust“. Schon in dieser ersten Episode wird Kollege Max Fischer im Einsatz tödlich verletzt. Eine Woche später zieht Kerstin Klar die Konsequenz und quittiert ihren Dienst. Es war der letzte Auftritt von Coors in der Serie, laut Angaben des Senders auf eigenen Wunsch, wie unter anderem t-online im Januar 2023 berichtete.

Acht Monate zuvor, im Mai 2022, hatte Coors ihr Buch „Darf ich vorstellen: Legasthenie“ veröffentlicht. Darin schreibt sie erstmals öffentlich über ihre Legasthenie, die erst diagnostiziert wurde, als sie bereits Anfang dreißig war. Leserinnen und Leser beschreiben das Buch als kurze, persönliche Lebensgeschichte, in der Coors von Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühlen und dem Druck erzählt, ihre Schwierigkeiten über Jahre verdeckt zu haben, während sie längst vor der Kamera stand.

Einen Zusammenhang zwischen dem Buch und dem Ausstieg hat Coors öffentlich nie hergestellt. Belegt ist nur die zeitliche Abfolge, acht Monate zwischen der Veröffentlichung und dem letzten Drehtag als Kerstin Klar.

Wie es mit der Serie weiterging

„Der Staatsanwalt“ lief nach dem Ausstieg noch zwei weitere Jahre. Ende Januar 2024 kündigte Hauptdarsteller Rainer Hunold an, die Serie mit der 20. Staffel im Jahr 2025 aus Altersgründen zu verlassen. Mit seinem Abschied endete die gesamte Produktion. Von 2005 bis 2025 entstanden insgesamt 123 Folgen in 20 Staffeln, eine der langlebigeren Krimireihen im deutschen Fernsehen.

Leben abseits der Kamera

Über ihr Privatleben hat Coors nie viel preisgegeben. Bekannt ist, dass sie mit ihrem Lebenspartner in der Nähe von München wohnt und zwei mittlerweile erwachsene Söhne hat. Parallel zur Schauspielkarriere baute sie sich früh ein zweites Standbein auf: Zwischen 2003 und 2005 absolvierte sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin, dazu kamen Erfahrungen in Gestalt- und Massagetherapie sowie in der Leitung von Meditationsretreats. Auch als Synchronsprecherin war sie aktiv, unter anderem lieh sie der britischen Schauspielerin Christina Cole ihre Stimme.

Was heute über sie bekannt ist

Seit dem Ausstieg aus „Der Staatsanwalt“ im Januar 2023 sind mehr als dreieinhalb Jahre vergangen. In dieser Zeit gibt es keine öffentlich dokumentierten neuen Schauspielprojekte, Interviews oder Auftritte von Fiona Coors. Ob dahinter eine bewusste Auszeit steckt, eine berufliche Neuausrichtung oder schlicht Zurückhaltung gegenüber der Presse, lässt sich mit den verfügbaren Quellen nicht beantworten. Die letzte gesicherte Information bleibt ihr Ausstieg aus der Rolle, mit der sie achtzehn Jahre lang identifiziert wurde, im Moment ihres größten Erfolgs.


Quellen:

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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