Der 65-Jährige produzierte Serien seines Vaters, drehte 2020 in Venedig seinen ersten eigenen Film und tritt seit dem Tod von Bud Spencer als Sprecher der Familie auf.
Giuseppe Pedersoli (65), Sohn von Bud Spencer, ist Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur. In den neunziger Jahren produzierte er Serien seines Vaters wie „Zwei Supertypen in Miami“. 2020 stellte er bei den Filmfestspielen von Venedig seinen ersten eigenen Film vor, einen Dokumentarfilm über seinen Großvater, den Produzenten Giuseppe Amato.
Geboren wurde Pedersoli am 11. Februar 1961 in Rom. Die Öffentlichkeit kennt ihn vor allem als Sprecher der Familie: Er gab 2016 den Tod seines Vaters bekannt und war bei der Eröffnung des Bud-Spencer-Museums in Berlin dabei. Seine Arbeit hinter der Kamera ist weniger bekannt. Sie reicht von Regieassistenzen in den frühen Achtzigern bis zum Regiedebüt 2020.
Inhaltsverzeichnis
Zur Person
| Alter | 65 Jahre (Stand Oktober 2026) |
| Geboren | 11. Februar 1961 in Rom |
| Beruf | Filmproduzent, Drehbuchautor, Regisseur |
| Familie | Verheiratet seit 1990 mit Lupita Barriga, Söhne Carlo Jr. und Alessandro |
| Firma | Smile Production |
| Regiedebüt | „La verità su La dolce vita“ (2020) |
Herkunft und Familie: Bud Spencers ältestes Kind
Pedersoli ist das älteste Kind und der einzige Sohn von Carlo Pedersoli, der als Bud Spencer berühmt wurde, und Maria Amato. Ihr Vater war der Produzent Giuseppe Amato („La Dolce Vita“), nach dem der Enkel benannt ist. Kennengelernt hat er ihn kaum: Amato starb, als der Junge drei Jahre alt war, wie Pedersoli dem Portal Cineuropa sagte. Seine Schwestern sind Cristiana und die Schauspielerin Diamante, die als Diamy Spencer auftritt.
Vier Generationen:
- Großvater: Giuseppe Amato, Filmproduzent
- Eltern: Maria Amato und Carlo Pedersoli (Bud Spencer, 1929 bis 2016)
- Kinder: Giuseppe (geboren 1961), Cristiana, Diamante
- Enkel: Carlo Jr. und Alessandro, die Söhne von Giuseppe und Lupita Barriga
Der Vater war selten zu Hause. Nach Pedersolis Schilderung in der italienischen Zeitschrift TV Sorrisi e Canzoni (Juni 2026) drehte er drei bis vier Filme im Jahr, die Mutter hielt die Familie zusammen.
„Für uns war er Papa. Mit großem Respekt, vielleicht nicht förmlich, aber ganz sicher tief empfunden.“ Giuseppe Pedersoli, TV Sorrisi e Canzoni, 18. Juni 2026 (aus dem Italienischen übersetzt)
Vom Filmset zum Produzenten
Mit 14 Jahren stand Giuseppe zum ersten Mal an einem Set. Sein Vater drehte „Piedone a Hong Kong“, und von da an verbrachte der Sohn jeden Sommer bei Dreharbeiten. Er lud Lastwagen ab, war nach eigenen Worten der Assistent des Assistenten und lernte den Beruf von Elektrikern und Bühnentechnikern. Die Spencer/Hill-Datenbank führt ihn zwischen 1982 und 1984 als Regieassistenten, unter anderem bei „Der Bomber“ und „Keiner haut wie Don Camillo“. Dazu kommen kleine Rollen, etwa in „Zwei sind nicht zu bremsen“ (1978) und „Aladin“ (1986).
Mit 29, als er schon als Produzent arbeitete, habe ihm sein Vater gesagt, man solle die Filme künftig selbst produzieren. Seit 1991 führen ihn die Datenbanken als Produzenten mehrerer später Projekte des Vaters. Pedersoli ist laut Wikipedia Gründer und Eigentümer der Produktionsfirma Smile Production.
„Er sagte immer, ich sei sein schlechtester Produzent, weil er mir nie Nein sagen konnte.“ Giuseppe Pedersoli, TV Sorrisi e Canzoni, 18. Juni 2026 (aus dem Italienischen übersetzt)
Die belegten Produktionen:
- 1991, „Wenn man vom Teufel spricht“ (Un piede in paradiso): Autor der Vorlage, Produzent gemeinsam mit Claudio Bonivento.
- 1991 bis 1993, „Zwei Supertypen in Miami“ (Detective Extralarge): Produzent und Autor von sieben Folgen.
- 1994, „Botte di Natale“ (Die Troublemaker): Produktion mit Horst und Matthias Wendlandt, Regie Terence Hill.
- Mitte bis Ende der 1990er, „Zwei Engel mit vier Fäusten“ (Noi siamo angeli): Produzent.
- 2009, „Die 1000-Euro-Generation“ (Generazione mille euro): Executive Producer.
- 2010, „I delitti del cuoco“ (Recipe for Crime): Produzent.
- 2017, „Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans“: Produzent des Videospiels.
- 2020, „La verità su La dolce vita“: Regie, Drehbuch und Produktion.
Auf der offiziellen Bud-Spencer-Webseite heißt es, sein Sohn habe sich 1994 darum bemüht, ihn und Terence Hill wieder gemeinsam vor die Kamera zu bringen. Hill führte bei „Botte di Natale“ Regie, sein Sohn Jess schrieb das Drehbuch. Es blieb der letzte gemeinsame Film der beiden.
Regiedebüt in Venedig: Ein Film über den Produzenten Amato
„La verità su La dolce vita“ (Die Wahrheit über La Dolce Vita) lief 2020 bei den Filmfestspielen von Venedig außer Konkurrenz. Das Drehbuch schrieb Pedersoli mit Giorgio Serafini, gefördert wurde der Film vom Istituto Luce Cinecittà. Der erste Film, bei dem er selbst Regie führte, handelt damit von einem Produzenten.
Anlass waren zwei Jahrestage: Am 5. Februar 1960 war „La Dolce Vita“ in Rom uraufgeführt worden, 2020 wäre Federico Fellini 100 Jahre alt geworden. Zum Stoff führte ihn das Familienarchiv. Pedersoli und seine Verwandten trugen Briefe, Telegramme, Kostenaufstellungen und Sitzungsprotokolle aus den Jahren 1958 bis 1961 zusammen. Daraus rekonstruiert der Film, wie Amato das Projekt übernahm, nachdem Dino De Laurentiis wegen der hohen Kosten Bedenken hatte. Amato habe das Drehbuch über Nacht gelesen, sagt Pedersoli.
Auch kleine Funde aus dem Archiv nennt er: Fellini tippte in Rot, der Verleiher Angelo Rizzoli schrieb mit grünem Stift, Amato in Schwarz auf Papier mit schwarzem Kopf. Die Produktion dauerte rund 15 Monate, üblich seien sechs bis acht, der Lockdown habe die Arbeit gebremst. Die meisten Deutungen des Films, die er gelesen habe, betrachteten ihn nur aus der Sicht des Regisseurs.
„Wir waren überzeugt, dass man der Figur des Produzenten in der Filmgeschichte etwas schuldig ist.“ Giuseppe Pedersoli, Cineuropa, 10. September 2020 (aus der englischen Fassung übertragen)
Was Pedersoli über seinen Vater sagt
Im Sorrisi-Gespräch nennt Pedersoli zwei Lieblingsfilme. Seinen Vater findet er am deutlichsten in „Piedone lo sbirro“. Bud Spencer spielt dort in Neapel, der Stadt, in der er geboren wurde und die er liebte, einen Polizisten mit einem Charakter, der ihm sehr ähnelte. Pedersolis eigener Favorit ist „Lo chiamavano Trinità…“, nach seiner Darstellung der vierte gemeinsame Film mit Terence Hill. Er habe die Karriere verändert und die Westernkomödie geschaffen, in der Prügeleien niemandem wehtun.
Die frühen, ernsteren Filme hält Pedersoli für noch nicht ausgereift. Bud Spencer habe seine Rolle gefunden, als ihm die Western von Giuseppe Colizzi und Enzo Barbonis „Trinità“ zeigten, was das Publikum sehen wollte. Der Vater habe Schauspieler wie Sordi, Gassman und Manfredi bewundert, aber gesagt, er könne ihr Metier nicht, weil er sich nicht verstellen könne. Lange habe er das für falsche Bescheidenheit gehalten, sagt Pedersoli, heute verstehe er es als Wunsch, spontan zu bleiben.
Im prisma-Interview von 2017 beschrieb er den Vater als zwiegespalten gegenüber dem Ruhm. Berühmt zu sein sei nie sein Ziel gewesen, als Olympia-Schwimmer sei er ohnehin schon angesehen gewesen. Bei der Schwimm-WM 2009 in Rom sollte der 79-Jährige eine Goldmedaille überreichen, die Organisatoren schritten ein, weil sie ihn nicht kannten, und er durfte nur Blumen übergeben. Beim Betreten der Halle standen nach Pedersolis Schilderung 20.000 Zuschauer auf und applaudierten.
„Ich sah ihn nie als einen Schatten oder als jemanden, auf den ich neidisch sein müsste.“ Giuseppe Pedersoli, prisma, 2017
Museum, Festival, Gedenken: Der Sohn als Sprecher der Familie
Bud Spencer starb am 27. Juni 2016 in Rom im Alter von 86 Jahren. Sein Sohn gab den Tod bekannt: Der Vater sei ohne Leiden gestorben, die Familie sei bei ihm gewesen, sein letztes Wort sei „Danke“ gewesen.
- 23. Juni 2017, München: Uraufführung der Dokumentation „Sie nannten ihn Spencer“ beim Filmfest, Kinostart am 27. Juli. Pedersoli war bei der Premiere und sagte, es sei schön zu sehen, wie viel Freude sein Vater den Leuten noch bereite.
- Juni 2019, Fontevivo bei Parma: Die erste nach Bud Spencer benannte Straße, die Via Carlo Pedersoli. Giuseppe war dabei.
- 27. Juni 2021, Berlin: Eröffnung des Bud-Spencer-Museums im Römischen Hof, Unter den Linden 10, am fünften Todestag. Alle drei Kinder reisten an. Die Sammlung der Familie war Ende 2019 schon in Neapel zu sehen gewesen.
- 26. bis 28. Juni 2026, Rom: Dreitägiges Tribute „10 Jahre ohne Bud“ in der Cinecittà World, organisiert von der Familie Pedersoli und dem Team des Bud-Spencer-Festivals.
- 3. bis 6. September 2026, Ilmenau: Das Spencerhill-Festival führte Pedersoli unter den angekündigten Gästen. Ob er teilnahm, geht aus den Quellen nicht hervor. Das nächste Festival ist für den 2. bis 5. September 2027 in Templin geplant.
Die Facebook-Seite zum Gedenken an Bud Spencer startete nach Pedersolis Angaben sein Sohn Alessandro, später übernahmen sie deutsche Fans.
Angekündigte Projekte
2018 sagte Pedersoli beim ersten Terni Pop Film Fest, das Drehbuch für einen Film über Bud Spencers Leben vor der Schauspielkarriere sei in Arbeit. Bei Cineuropa nannte er 2020 die internationale Serie „The Rebel Queen“, die er mit Serafini entwickelt, und eine mögliche Koproduktion über seinen Vater. Als nächstes Regieprojekt nannte er einen Film über Ugo Spadafora, einen Arzt, der in lateinamerikanischen Guerillakriegen kämpfte und sich später gegen Panamas Machthaber Noriega stellte. In den zugänglichen Berichten finden sich weder Drehbeginn noch Starttermin für diese Vorhaben. Im Sorrisi-Gespräch vom Juni 2026 ging es um den Vater, neue Projekte erwähnte er dort nicht.
Quellen
- Cineuropa: Interview mit Giuseppe Pedersoli, 10. September 2020
- TV Sorrisi e Canzoni: Interview mit Giuseppe Pedersoli, 18. Juni 2026
- prisma: Interview mit Giuseppe Pedersoli, 2017
- IMDb: Giuseppe Pedersoli
- Wikipedia: Giuseppe Pedersoli
Zitate aus italienischen und englischen Quellen sind übersetzt. Jahresangaben, die in den Quellen voneinander abweichen, sind als Zeitraum angegeben.

