Claudia Messner (* 5. Juni 1962 in Wien) ist eine österreichische Theater- und Filmschauspielerin. Sie wurde 1988 mit dem Deutschen Darstellerpreis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet und erhielt 1992 den Adolf-Grimme-Preis in Bronze. Zu ihren bekanntesten Rollen zählen Conny in „Zabou“ (1987) und Louise von Lengefeld in „Die geliebten Schwestern“ (2014).
Am 7. Mai 2015 meldete filmportal.de die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis. In der Kategorie beste weibliche Nebenrolle stand Messner, damals 52 Jahre alt, für „Die geliebten Schwestern“. Zwischen dem Grimme-Preis von 1992 und dieser Nominierung liegen 23 Jahre, in denen ihre Filmografie vor allem Fernsehproduktionen verzeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
| Geboren | 5. Juni 1962 in Wien, heute 64 Jahre alt |
| Eltern | Franz Messner (1926 bis 1968), Schauspieler und Regisseur; Gerti Gordon (1933 bis 2016), Tänzerin und Schauspielerin |
| Ausbildung | Lycée Français de Vienne, danach Mozarteum Salzburg |
| Erste Fernsehrolle | Tatort „Urlaubsmord“, 1975 |
| Agentur | Agentur Lentz Peter Reinholz, München |
Herkunft und Ausbildung: Eine Familie vom Theater
Der Vater, Franz Messner, war Schauspieler und Regisseur. Die Mutter, Gerti Gordon, arbeitete als Tänzerin, Schauspielerin und Opernsängerin und gehörte nach Angaben der Wikipedia von 1977 bis 2002 zur Wiener Volksoper. Im Artikel über sie wird auch eine zweite Tochter genannt, Nicole Messner.
Ihre Schulzeit beendete die Wienerin am Lycée Français de Vienne mit Matura beziehungsweise Baccalauréat, wie filmportal.de schreibt. Es folgte das Schauspielstudium am Mozarteum in Salzburg und danach das erste Engagement am Staatstheater Darmstadt.
Auf der Bühne: Von Darmstadt bis zum Burgtheater
Die deutsche Wikipedia führt diese Theaterrollen auf:
- Staatstheater Darmstadt: Regine in Ibsens „Gespenster“, Kathi in Nestroys „Die Zerrissene“, eine Rolle in Enzensbergers „Menschenfeind“
- Burgtheater: Schnitzlers „Komödie der Worte“
- Volkstheater Wien: die Titelrolle in Gozzis „Turandot“
- Theater in der Josefstadt: Lessings „Spiel mit einem Tiger“
- Staatstheater Braunschweig: Antoinette in Frischs „Biografie, ein Spiel“
- Sommerfestspiele Perchtoldsdorf: Valerie in Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“
Die bekanntesten Filme von Claudia Messner
„Welcome in Vienna“
Axel Corti schloss mit diesem Film seine „Holocaust-Trilogie“ ab, die mit „An uns glaubt Gott nicht mehr“ (1982) und „Santa Fe“ (1986) begonnen hatte. Der aus Wien stammende Freddy Wolf kämpft darin als amerikanischer Soldat in Europa gegen die Nazis und verliebt sich in Salzburg in die Schauspielerin Claudia Schütte, gespielt von Messner. Er folgt ihr nach Wien. Als Produktionsjahr nennt filmportal.de 1985, die Erstsendung lief am 9. März 1987. In der Wikipedia gilt der Film als der Auftritt, der ihr auch international Bekanntheit brachte.
„Zabou“
Am 5. März 1987 startete „Zabou“ in den Kinos. Nach „Zahn um Zahn“ (1985) war es der zweite Kinofilm mit Götz George als Duisburger „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski, Regie führte Hajo Gies. Messners Figur Conny ist die Tochter einer Ex-Freundin Schimanskis. Bei der Jagd auf Drogendealer trifft er sie in einem Nachtklub wieder, wo sie sich inzwischen Zabou nennt. Gedreht wurde in Duisburg und Umgebung sowie in den Bavaria-Ateliers in München-Geiselgasteig.
Im selben Jahr entstand der Heimatfilm „Gewitter im Mai“ von Xaver Schwarzenberger, in dem sie neben Gabriel Barylli die Jugendfreundin Regina Weber verkörpert.
„Der Rausschmeißer“
Xaver Schwarzenberger inszenierte den Fernsehfilm für das ZDF nach einem Buch von Jörg Graser. Das Filmarchiv Austria fasst die Handlung so zusammen: Die junge Fanny kehrt nach der Entlassung aus einem klösterlichen Erziehungsheim in ihr Heimatdorf zurück, wo außer dem Türsteher Frieder (David Martin) niemand etwas mit ihr zu tun haben will. Sie geht nach München und gerät dort tiefer ins Rotlichtmilieu. Messner spielt Fanny Müller, Manfred Zapatka ist als Otto zu sehen. Für den Film erhielt sie 1992 den Adolf-Grimme-Preis in Bronze, den Telestar von 1991 ordnet IMDb demselben Film zu.
Auszeichnungen: Preise und Nominierung im Überblick
Die Auszeichnungsliste ihrer Agentur nennt vier Preise, die Wikipedia und filmportal.de bestätigen.
| Jahr | Auszeichnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1988 | Deutscher Darstellerpreis | beste Nachwuchsschauspielerin; IMDb führt ihn als Chaplin-Schuh des Filmfests München für „Zabou“ |
| 1989 | Bayerischer Filmpreis | in der Preisträgerliste des Bayerischen Filmpreises geführt |
| 1991 | Telestar | bei IMDb dem Film „Der Rausschmeißer“ zugeordnet |
| 1992 | Adolf-Grimme-Preis in Bronze | für „Der Rausschmeißer“, zusammen mit Jörg Graser (Buch) und Xaver Schwarzenberger (Regie); verliehen am 27. März 1992 im Theater Marl |
| 2015 | Nominierung Deutscher Filmpreis | beste weibliche Nebenrolle, „Die geliebten Schwestern“ |
Fernsehen: Gastrollen und Fernsehfilme
Nach den Preisjahren stehen in der Filmografie von fernsehserien.de vor allem Auftritte in Krimireihen und Fernsehfilme:
- „Der letzte Zeuge“: Dr. Tanja Rose, sechs Folgen im Jahr 2000
- „Polizeiruf 110“: Nita van Elsen, zwei Folgen zwischen 2005 und 2019, darunter Dominik Grafs „Der scharlachrote Engel“
- „Kommissar Rex“ (1999), „Der Bulle von Tölz“ (2004), „SOKO Kitzbühel“ (2005), „Der Alte“ (2008) und „Pfarrer Braun“ (2011): je eine Folge
- „Der Bergdoktor“: Angelika Brugger, 2019
- „Katharina Luther“ (Produktionsjahre 2016 und 2017): Barbara Cranach
- „Das doppelte Lottchen“ (2017): Marianne „Ama“ Kröger
„Die geliebten Schwestern“: Der Weg zurück ins Kino
Dominik Graf hatte Messner schon für den Polizeiruf „Der scharlachrote Engel“ besetzt. Mit „Die geliebten Schwestern“ brachte er sie nach Darstellung von filmportal.de vom Fernsehen zurück ins Kino. Der Film handelt von Friedrich Schillers Beziehung zu den Schwestern Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld, gespielt von Hannah Herzsprung und Henriette Confurius; Florian Stetter spielt Schiller. Messner übernahm die Rolle der Mutter, Louise von Lengefeld.
Das Programmarchiv der Berlinale 2014 verzeichnet den Film mit 170 Minuten Laufzeit. Es gibt ihn in drei Fassungen von rund 140 bis 190 Minuten, und Deutschland schickte ihn ins Rennen um den Auslands-Oscar der 87. Verleihung.
Filmografie von Claudia Messner nach Jahrzehnten
Die Titel und Produktionsjahre stammen von filmportal.de. Das Ausstrahlungsjahr kann abweichen.
- 1970er und 1980er: „Urlaubsmord“ (1975), „Welcome in Vienna“ (1985), „Zabou“ (1986/87), „Gewitter im Mai“ (1987), „Das andere Leben“ (1987), „Schweinegeld“ (1988/89), „Souterrain“ (1989), „Absturz“ (1989)
- 1990er: „Transit“ (1990/91), „Eurocops: Evelyns Traum“ (1991/92), „Klinik des Grauens“ (1992), „Kainsmale“ (1992), „Verhör am Sonntag“ (1993), „Singvogel“ (1993/94), „Nikolaikirche“ (1995), „Tödliches Schweigen“ (1995/96), „Blick in den Abgrund“ (1997/98), „Tödliche Schwesternliebe“ (1998), „Brennende Herzen“ (1998); je 1999/2000: „Familienbande“, „Ein Mann kommt zurück“, „Der vierte Mann“, „Der Weg zur Hölle“, „Die Erpressung“, „Drei Jahre und eine Nacht“
- 2000er: „Ein Dorf sucht seinen Mörder“ (2001/02), „Der scharlachrote Engel“ (2003/04), „Abschiedsvorstellung“ (2004/05), „Glück auf vier Rädern“ (2005/06), „Tödliche Habgier“ (2006/07), „Angsthasen“ (2007)
- 2010er: „Die geliebten Schwestern“ (2012 bis 2014), „Für eine Nacht… und immer?“ (2014/15), „Katharina Luther“ (2016/17), „Die Lüge, die wir Zukunft nennen“ (2019)
In anderen Verzeichnissen stehen außerdem „Der Rausschmeißer“, „Der letzte Zeuge“, „Das doppelte Lottchen“, „Der Bergdoktor“ und „Der Pass“.
Datenlage: Wo die Quellen zu Claudia Messner voneinander abweichen
Wer ihre Daten nachschlägt, findet Widersprüche. Die Tabelle zeigt, welche Angabe in diesem Artikel gilt.
| Frage | Abweichende Angaben | Hier verwendet |
|---|---|---|
| Schule oder Mozarteum | Wikipedia nennt das Lycée Français, prisma das Mozarteum | Beides nacheinander (filmportal.de) |
| „Welcome in Vienna“ | Wikipedia nennt im Text 1985, in der Filmografie 1986 | Produktionsjahr 1985, Erstsendung 1987 (filmportal.de) |
| Bayerischer Filmpreis | 1989 bei Wikipedia, Agentur und filmportal.de, 1990 bei IMDb | 1989 |
| „Der Rausschmeißer“ | 1989 beim Filmarchiv Austria, 1990 bei Wikipedia und IMDb | Keine Jahreszahl im Text, belegt sind Telestar 1991 und Grimme-Preis 1992 |
Zwei Frauen mit demselben Namen
Das Medienverzeichnis des Landes Südtirol führt eine Claudia Messner als Direktorin der Agentur für Presse und Kommunikation. Laut einem Interview der Südtiroler Wirtschaftszeitung hat sie in Triest Dolmetschen studiert und lebt in Brixen. Eine Verbindung zur Wiener Schauspielerin gibt es nach den geprüften Quellen nicht.
Zuletzt belegt: „Der Pass“ (2022)
Das jüngste Projekt in den geprüften Verzeichnissen ist die Serie „Der Pass“ (2022), für die IMDb fünf Folgen aufführt. Auf ihrer Internetseite claudiamessner.at steht im Oktober 2026 nur der Hinweis, dass sie sich im Aufbau befindet.
Quellen: filmportal.de, Agentur Lentz Peter Reinholz, Wikipedia, Berlinale 2014, Programmarchiv, Land Südtirol, Medienverzeichnis. Ergänzend ausgewertet: Filmarchiv Austria, Wikipedia-Seiten zum Adolf-Grimme-Preis 1992 und zum Bayerischen Filmpreis, fernsehserien.de, IMDb, prisma, Südtiroler Wirtschaftszeitung.

