Grit Berthold: Älteste Tochter von Heinz Erhardt

Grit Berthold, geborene Erhardt (1936 bis 2016), war die älteste Tochter des Komikers Heinz Erhardt und Sprecherin der Erbengemeinschaft. Sie wohnte in Hamburg-Wellingsbüttel, nur wenige Häuser vom früheren Elternhaus entfernt. Gemeinsam mit ihren Schwestern schrieb sie das Buch „Heinz Erhardt privat“.



Steckbrief

AngabeStand
NameGrit Berthold, geborene Erhardt, Rufname „Gigi“
Lebensdaten1936 bis 2016, gestorben in Hamburg
ElternHeinz Erhardt (1909 bis 1979) und Gilda Zanetti (1913 bis 1987)
GeschwisterVerena Haacker (geboren 1940), Gero Erhardt (1943 bis 2021), Marita Malicke (geboren 1944)
EhemannHans Berthold
WohnortHamburg-Wellingsbüttel
Buch„Heinz Erhardt privat“ (2000), gemeinsam mit ihren Schwestern
GrabstätteFamiliengrab auf dem Friedhof Ohlsdorf, Hamburg

Zu Beruf und Privatleben außerhalb der Familie Erhardt gibt es keine veröffentlichten Angaben.

Aufgewachsen in Berlin und Hamburg

Die älteste Tochter kam 1936 als erstes von vier Kindern des Ehepaars Heinz und Gilda Erhardt zur Welt. Die Eltern hatten 1935 geheiratet, 1939 zog die Familie nach Berlin. Nach dem Krieg ließ sie sich in Hamburg nieder, später wohnte sie in Wellingsbüttel.

Heinz Erhardt arbeitete laut filmportal.de nach 1945 in Hamburg für den NWDR und ab Mitte der 1950er Jahre verstärkt für den Film. 1957 spielte er in „Der müde Theodor“ seine erste Hauptrolle. Er starb am 5. Juni 1979 in seinem Haus in Wellingsbüttel.

Was die älteste Tochter über den Vater Heinz Erhardt sagte

Der Lappan Verlag befragte Heinz Erhardts älteste Tochter anlässlich seines 100. Geburtstags am 20. Februar 2009. Das Interview steht auf der Seite des Biografen Andreas Mäckler, Grit Berthold wird dort als Sprecherin der Erbengemeinschaft vorgestellt.

Als Vater im üblichen Sinn sei er kaum anwesend gewesen, sagte sie. Er habe nie geschimpft und ständig gearbeitet, gestört hätten ihn die Kinder dabei nie, bis auf ein einziges Mal. Einmal habe Heinz Erhardt seine Frau gebeten, die vielen Kinder vor seinem Fenster im Garten wegzuschicken, er müsse arbeiten.

„Heinz, es sind alles Deine eigenen!“

Gilda Erhardt, laut Grit Berthold

In den Ferien nahmen die Eltern die Kinder manchmal auf Tournee mit, am größten sei das Erlebnis gewesen, den Vater auf der Bühne zu sehen. Zu den Geburtstagen habe er bunte Postkarten mit Gedichten geschickt und angerufen, wenn es ging. Die wichtigste Person für ihn sei die Mutter gewesen.

Eine öffentliche Familie seien sie nicht gewesen, in den 1950er und 1960er Jahren habe es um Prominente noch nicht so viel Aufhebens gegeben. Wurde die Familie auf den Vater angesprochen, seien die Kinder stolz gewesen. Einmal habe ein Herr sie gefragt, ob sie die Schwester von H. E. sei, im ersten Moment sei sie geschockt gewesen.

Sprecherin der Erbengemeinschaft und Buchautorin

Im September 2000 erschien im Verlag Fackelträger das Buch „Heinz Erhardt privat“. Berthold schrieb es gemeinsam mit ihren Schwestern Verena Haacker und Marita Malicke, die Journalistin Isabelle Yeginer arbeitete daran mit. Die Hamburger Allgemeine Rundschau beschreibt es als biografisches Album mit Schwarz-Weiß-Fotos, Presseausschnitten und Dokumenten.

Zum Erbe des Vaters sagte sie 2009, es müsse so erhalten bleiben. Ihre Kinder und Enkel würden sich darum kümmern, solange der Name Erhardt gefragt sei. Zu den Enkeln zählt der Schauspieler Marek Erhardt, der Sohn von Gero Erhardt.

Zeitzeugin im Fernsehen und in Hannover

Über ihren Vater sprach Berthold mehrfach im Fernsehen. Die Datenbank fernsehserien.de führt sie 1999 als Gast in „Noch’n Gedicht“, in der Rolle der Tochter von Heinz Erhardt.

JahrSendung oder AnlassMitwirkende
2002„Ein roter Teppich für…“Marita Malicke
2006SWR „Samstagabend“, Folge „Noch’n Gedicht“ vom 4. JuniMarkus Brock, Marek Erhardt, Horst Klemmer
2015Eröffnung der Ausstellung „Heinz Erhardt: Privater!“Verena Haacker, Marita Malicke

In der Sendung von 2002 sprachen Berthold und Marita Malicke laut Sendungstext über das Kennenlernen der Eltern, die Vorliebe des Vaters für Erbsensuppe und Würstchen und seine Angst vor dem Ende der Karriere.

Ausstellung in Hannover im September 2015

Das Theatermuseum Hannover eröffnete Mitte September 2015 die Ausstellung „Heinz Erhardt: Privater!“. Das Handelsblatt meldete in einem dpa-Text, es sei die erste Ausstellung über Erhardt, 36 Jahre nach seinem Tod. Laut den Wochenblättern Hannover kamen alle drei Töchter zur Eröffnung, gezeigt wurden rund 300 persönliche Exponate.

Der Reporter der Wochenblätter hielt fest, Erhardt habe die Kunstfigur Willi Winzig auch privat nie ganz abgelegt. „Um Punkt zwölf Uhr wurde gegessen“, erinnerte sich Berthold.

Tod 2016 und Familiengrab in Ohlsdorf

Die älteste Erhardt-Tochter starb 2016 in Hamburg. Die Hamburger Allgemeine Rundschau berichtete über den neuen Grabstein auf der Familiengrabstätte von Heinz und Gilda Erhardt auf dem Friedhof Ohlsdorf. Die Inschrift nennt sie „Grit ‚Gigi‘ Berthold geborene Erhardt“ und führt die Jahre 1936 und 2016 an.

Bis zuletzt habe sie viele Ausstellungen über ihren Vater besucht, hieß es in dem Bericht. Im Interview von 2009 hatte sie erzählt, dass die Familie am Grab der Eltern immer wieder Grüße und Blumen von Fans fand, ohne zu wissen, von wem sie stammten. Sie hätte sich gern bedankt.

Häufige Fragen zu Grit Berthold

Wer war Grit Berthold?

Sie war die älteste Tochter des Komikers Heinz Erhardt und Sprecherin der Erbengemeinschaft.

Wie alt wurde Heinz Erhardts älteste Tochter?

Sie wurde 79 oder 80 Jahre alt. Geboren wurde sie 1936, gestorben ist sie 2016, ein genauer Todestag ist nicht veröffentlicht.

Wie viele Geschwister hatte sie?

Sie hatte drei Geschwister, die Schwestern Verena Haacker und Marita Malicke sowie den Bruder Gero Erhardt, der 2021 starb.

Wo liegt das Familiengrab der Erhardts?

Auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.

Welches Buch schrieb sie mit ihren Schwestern?

„Heinz Erhardt privat“, erschienen im September 2000.


Quellen

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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