Nastassja Schell, Jahrgang 1989, ist Schauspielerin und die einzige Tochter des Oscar-Preisträgers Maximilian Schell und der russischen Schauspielerin Natalja Andreitschenko. Auf der Bühne spielte sie bei der Theatergruppe Pack im Grenzgebiet von Steiermark und Kärnten, unter anderem die Titelrolle in „Die Geierwally“. Im Herbst 2023 machte sie Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater öffentlich, der 2014 gestorben war.
Das Wichtigste in Kürze
- Person: Schauspielerin, Jahrgang 1989, also 36 oder 37 Jahre alt; ein genaues Geburtsdatum nennen die Quellen nicht
- Erbe: Der Vater starb 2014 ohne Testament, 2021 versteigerte sie Inventar des Jagdhauses in Oberpreitenegg
- Vorwürfe: Im Herbst 2023 äußerte sie sich zu Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vater, Witwe Iva Schell sagt, sie habe davon nichts gewusst; Wolfsberg beschloss danach am 16. November 2023, die „Bildungswelt Maximilian Schell“ umzubenennen
- Zuletzt bekannt: Im Mai 2020 lebte sie in Edelschrott und spielte bei der Theatergruppe Pack; spätere Auftritte sind in Berichten nicht zu finden
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Nastassja Schell? Herkunft und Familie
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Nastassja Schell, Spitzname Nasti |
| Geburtsjahr | 1989 |
| Beruf | Schauspielerin |
| Eltern | Maximilian Schell (1930 bis 2014) und Natalja Andreitschenko |
| Verwandte | Tante Maria Schell, Cousine Marie Theres Relin, Halbbruder Dimitri (laut ORF Kärnten) |
| Zuletzt belegter Wohnort | Edelschrott, Steiermark (Stand Mai 2020) |
Die Schells zählen zu den bekannten Schauspielerfamilien im deutschsprachigen Raum. Maximilian Schell gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller für „Das Urteil von Nürnberg“, seine Schwester Maria Schell (1926 bis 2005) war ebenfalls Schauspielerin. Er heiratete 1985 Natalja Andreitschenko, 1989 wurde die Tochter geboren. Die Eltern trennten sich 2002 und wurden 2005 geschieden.
Die Laufbahn der Schauspielerin: von Los Angeles nach Pack
Schon 2002 stand die Tochter vor der Kamera: In der Dokumentation „Meine Schwester Maria“, mit der ihr Vater seine Schwester Maria Schell porträtierte, tritt sie als Kind auf. Die Filmdatenbank IMDb führt sie dort als „Nasti Schell“.
Nach eigenen Angaben spielte sie mehrere Sommer lang am Lee Strasberg Institute in Los Angeles, danach Theater an High School und College. 2007 kam sie nach Österreich. Im selben Jahr entstand der Fernsehfilm „Die Rosenkönigin“, in dem sie die Madeleine spielte. Sie sagte 2020, sie habe dort an der Seite ihres Vaters gearbeitet, danach seien beide in Mörbisch tätig gewesen.
Im Sommer 2014, fünf Monate nach dem Tod des Vaters, spielte die damals 25-Jährige ab dem 18. Juli beim Packer Kultursommer die Titelrolle in „Die Geierwally“. Regie führte Karl Christandl, gespielt wurde auf der Freiluftbühne im Pfarrhof. Es war ihre erste große Hauptrolle auf einer Theaterbühne. Beim ersten Packer Bergadvent im Dezember 2018 war sie als Maria im Krippenspiel angekündigt.
Im Mai 2020 sagte sie den Unterkärntner Nachrichten, der berühmte Name helfe ihr beruflich eher wenig: Man müsse sich mehr anstrengen, um überhaupt gesehen zu werden. Filmerfahrung habe sie wenig, auf der Straße werde sie seltener erkannt als früher, und das sei ihr recht. Sie lebte damals in Edelschrott, am Packer Stausee fühle sie sich wohl und habe dort Freunde.
Tod von Maximilian Schell 2014 und der Streit ums Erbe
Im August 2013 heiratete Maximilian Schell die Sopranistin Iva Mihanović. Rund ein halbes Jahr später, am 1. Februar 2014, starb er mit 83 Jahren in Innsbruck nach einer Operation. Die Trauerfeier fand am 8. Februar in Preitenegg statt, wo er einen Teil des Jahres lebte. Wie oe24 berichtete, gingen Witwe und Tochter Hand in Hand hinter dem Sarg.
Ein Testament gab es nicht. Nach Angaben von Blick teilte ein Nachlassverwalter den Besitz auf Iva Schell, die Tochter und Dimitri auf. Dimitri nennt ORF Kärnten ihren Halbbruder, Blick einen Adoptivsohn von Maximilian Schell. oe24 nannte 2014 unter Berufung auf Insider einen Wert von rund 1,2 Millionen Euro und schrieb, Schells letzter Wunsch sei gewesen, dass die Alm in einer Hand bleibt.
Seit dem Tod Maximilian Schells gab es nach Berichten von oe24 Streit zwischen Witwe und Stieftochter, vor allem ums Erbe. 2016 erwartete Iva Schell ein Kind von einem Großcousin ihres verstorbenen Mannes. Die Stieftochter fragte im Netz, warum es von beiden Fotos bei der Trauerfeier gebe, und warf der Witwe laut Blick Untreue vor. Iva Schell antwortete, sie habe die Familie ihres Mannes schon früher kennengelernt, und wies die Vorwürfe zurück.
Im Mai 2020 hatte Nastassja Schell erklärt, sie habe zur gesamten Familie keinen Kontakt und sei darüber glücklich. Im Januar 2021 ließ sie über die Plattform aurena.at 290 Objekte aus dem Jagdhaus in Oberpreitenegg versteigern, das auf mehr als 1.300 Metern Höhe liegt. Der NEUE Vorarlberger Tageszeitung sagte sie: „Ich möchte den Ballast der Vergangenheit hinter mir lassen.“ Das Jagdhaus selbst habe sie 2021 für mehr als 775.000 Euro verkauft, berichtet Blick.
Missbrauchsvorwürfe 2023: Was die Tochter sagt und was die Witwe erwidert
Im Herbst 2023 wurde das Buch „Szenen keiner Ehe“ von Marie Theres Relin bekannt, einer Nichte Maximilian Schells und Tochter von Maria Schell. Relin schreibt darin, ein Onkel habe sie mit 14 Jahren missbraucht. Seinen Namen nennt sie im Buch nicht, wie swissinfo und Keystone-SDA berichten. Medienberichte bezogen die Stelle auf Maximilian Schell.
Wenige Tage später äußerte sich Nastassja Schell gegenüber ORF Kärnten, Bild, RTL und Bunte. Nach ihrer Darstellung hat ihr Vater sie als Kind sexuell missbraucht. Dem ORF sagte sie, sie habe mit 18 Jahren erstmals in der Familie darüber gesprochen und keinen Glauben gefunden. Auf Einzelheiten verzichten wir hier. Der Bild sagte sie, ihr Vater hätte sich vor Gericht verantworten müssen. In ihrem Bild von ihm gebe es aber auch Positives.
Auch Iva Schell habe davon wissen müssen, sagte Nastassja Schell dem ORF. Die Witwe weist das zurück. Der Krone hatte sie nach Bekanntwerden der Buchstelle gesagt, sie habe Maximilian Schell nur die letzten sieben Jahre seines Lebens gekannt und in dieser Zeit nichts dergleichen gehört, erlebt oder beobachtet. Der Nachrichtenagentur dpa sagte sie zu den Vorwürfen der Tochter, sie habe davon nichts gewusst und seit fast neun Jahren keinen Kontakt zu ihr.
Im November 2023 erklärte Nastassja Schell den Unterkärntner Nachrichten, sie habe öffentlich Briefe und Fotos gezeigt, mehr Beweise könne sie nicht vorlegen. Vom Buch ihrer Cousine habe sie erst erfahren, als sie schon einige Wochen in psychologischer Behandlung war.
Wolfsberg benennt die „Bildungswelt Maximilian Schell“ um
Maximilian Schell hatte Ende 2013 die Patenschaft für die Bildungswelt in Wolfsberg übernommen. Unter ihrem Dach sind Volksschule, Mittelschule, Sozialschule, Kindergarten und die Kindertagesstätte LKH-Zwerge vereint.
Anfang Oktober 2023 erklärte die Stadt gegenüber der Bild, Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) und Vizebürgermeister Alexander Radl ließen die Verwendung des Namens prüfen. Für Primus sei Schell als Schirmherr für Kindergärten und Schulen nicht mehr vorstellbar, weil die Vorwürfe Jugendliche betreffen. Ein runder Tisch beschloss im Oktober einstimmig die Umbenennung in „Bildungswelt Wolfsberg“, Ausschuss und Stadtrat folgten einstimmig. Am 16. November 2023 stimmte auch der Gemeinderat zu, mit zwei Gegenstimmen der FPÖ. FPÖ-Gemeinderat Daniel Megymorecz sprach von Vorverurteilung, wie das Lavanttal-Portal von MeinBezirk berichtete.
Was belegt ist und was Aussage gegen Aussage steht
| Einordnung | Sachverhalt | Quelle |
|---|---|---|
| Belegt | Maximilian Schell starb am 1. Februar 2014, sein Nachlass wurde ohne Testament aufgeteilt | oe24, Blick |
| Belegt | Marie Theres Relin und Nastassja Schell haben im Herbst 2023 öffentlich Vorwürfe erhoben | swissinfo, ORF Kärnten |
| Belegt | Wolfsberg beschloss am 16. November 2023 die Umbenennung der Bildungswelt | MeinBezirk |
| Aussage gegen Aussage | Ob Iva Schell von Übergriffen wissen musste: Nastassja Schell sagt ja, die Witwe sagt, sie habe davon nichts gewusst | ORF Kärnten, swissinfo |
| Offen | Eine gerichtliche Klärung ist nicht möglich, weil der Beschuldigte tot ist. Nastassja Schell verweist auf Briefe und Fotos, Berichte über eine unabhängige Prüfung sind nicht bekannt | Unterkärntner Nachrichten (Aussage der Tochter), Einordnung der Redaktion |
Was macht die Schauspielerin heute?
Zuletzt dokumentiert ist, dass sie im Mai 2020 in Edelschrott in der Steiermark lebte und bei der Theatergruppe Pack spielte. Sie hat eine Tochter. Neue Auftritte oder Projekte seit den Interviews im Herbst 2023 sind in den bekannten Berichten nicht zu finden.

