Cassandra Naud: Karriere, Filme und Rolle in Carrie

Ein Agent riet Cassandra Naud einst, ihr auffälliges Muttermal aus Bewerbungsfotos retuschieren zu lassen, damit es bei Castings nicht auffällt. Sie folgte dem Rat nicht, wie sie später im Gespräch mit dem ORF erzählte. Genau dieser Umgang mit ihrem Aussehen wurde 2015 zu einer Geschichte, die weite Kreise zog und ihr schließlich die erste Rolle vor der Kamera einbrachte.

Heute ist die Kanadierin vor allem als CW aus den Filmen Influencer und Influencers bekannt. Ab Oktober 2026 ist sie auch in der Serie Carrie von Mike Flanagan zu sehen.



Herkunft und Ausbildung

Naud wurde am 16. April 1992 in Fort McMurray, Alberta, geboren. Mit fünf Jahren begann sie zu tanzen, später studierte sie Tanz und Theater an der American Musical and Dramatic Academy (AMDA) in Los Angeles und schloss dort 2014 ab. Mit 19 zog sie zunächst nach Hollywood, den beruflichen Durchbruch fand sie aber erst, nachdem sie sich in Vancouver niedergelassen hatte.

Das Muttermal in ihrem Gesicht hat sie seit ihrer Geburt. Ihre Eltern entschieden sich damals gegen eine operative Entfernung, nachdem Ärzte den Eingriff als riskant eingestuft hatten. Wegen ihres Aussehens wurde Naud als Kind gemobbt, wie sie in mehreren Interviews erzählte.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Geboren am 16. April 1992 in Fort McMurray, Kanada
  • Ausbildung an der AMDA in Los Angeles, Abschluss 2014
  • Bekannt für die Rolle der CW in Influencer (2022) und Influencers (2025)
  • Mitgründerin des Unternehmens Somedays im Bereich Menstruationsgesundheit
  • Ab Oktober 2026 in der Prime-Video-Serie Carrie zu sehen

Von der Schlagzeile zur ersten Rolle

2015 berichtete zunächst die Daily Mail über Naud und ihre Entscheidung, das Muttermal nicht entfernen zu lassen. Das US-Magazin People und das Fachmagazin Dance Spirit griffen das Thema kurz darauf ebenfalls auf. Einer dieser Artikel fiel einem Regisseur auf, der Naud daraufhin zu einem Casting für das Musikvideo zu Leona Lewis‘ Single Fire Under My Feet einlud. Es war ihr erster Auftritt vor der Kamera.

Danach folgten kleinere Rollen im Fernsehen: als Fiona in Snowpiercer, in der Serie See sowie als Cappuccino in Loudermilk. Der eigentliche Wendepunkt kam 2022.

Der Durchbruch: Influencer

In diesem Jahr übernahm Naud die Rolle der CW im Horrorthriller Influencer. Der Film von Regisseur Kurtis David Harder feierte im Oktober 2022 beim Brooklyn Horror Film Festival seine Premiere und lief ab Mai 2023 auf dem Streamingdienst Shudder. Die Handlung folgt der Influencerin Madison, die während eines Urlaubs in Thailand auf CW trifft, eine Frau, die sich schrittweise in Madisons digitales Leben einschleicht.

Die Kritiken fielen positiv aus. Im Guardian verglich Filmkritiker Phil Hoad Nauds Figur mit einer digitalen Version von Tom Ripley, der bekannten Hochstapler-Figur aus den Romanen von Patricia Highsmith. Die New York Times lobte das Zusammenspiel von Naud und ihrem Co-Star Rory J. Saper. Beim Blood in the Snow Canadian Film Festival gewann Naud für ihre Leistung den Bloodie Award als beste Hauptdarstellerin, beim FilmQuest Festival wurde sie im selben Jahr ebenfalls nominiert. Eine vollständige Übersicht ihrer Rollen und Auszeichnungen findet sich in ihrem Wikipedia-Eintrag.

Die Fortsetzung: Influencers

2025 kehrte Naud in Influencers erneut als CW zurück. Der Film feierte im Juli 2025 beim Fantasia International Film Festival seine Premiere und erschien im Dezember 2025 auf Shudder. Diesmal spielt die Geschichte in Südfrankreich, wo CW mit ihrer Partnerin Diane ein gemeinsames Jubiläum feiert, bis eine totgeglaubte Figur aus dem ersten Film wieder auftaucht. Das deutsche Magazin L-Mag beschrieb ihre Darstellung in seiner Besprechung erneut als überzeugend.

Für die Rolle gab es eine weitere Bloodie-Nominierung. Beim Whistler Film Festival erhielt Naud im Dezember 2025 den UBCP/ACTRA Northern Star Award. Zwischen den beiden Filmen spielte sie im Weihnachtsslasher It’s a Wonderful Knife an der Seite von Joel McHale und Justin Long und war in einer Episode der Serie Tracker zu sehen.

Somedays: Das zweite Standbein

Parallel zu ihrer Schauspielkarriere ist Naud Mitgründerin von Somedays, einem queer geführten Unternehmen im Bereich Menstruationsgesundheit. Bekannt wurde die Marke vor allem durch die Kampagne „People Have Periods“, die queere und trans Personen bewusst in ihre Kommunikation einbezieht und nach eigenen Angaben besonders in queeren Communities viel Aufmerksamkeit erhielt. Naud beschreibt Inklusion als Thema, das für sie aus persönlicher Erfahrung heraus wichtig ist.

Cassandra Naud in Carrie

Im Juni 2025 wurde bekannt, dass Naud zum erweiterten Cast von Carrie gehört, einer achtteiligen Prime-Video-Serie von Mike Flanagan nach Stephen Kings Debütroman von 1974. Laut Deadline zählt sie zu 14 wiederkehrenden Gastdarstellerinnen und Gastdarstellern. Welche Figur sie spielt, wurde bislang nicht bestätigt.

Weitere bekannte Namen im Cast:

  • Katee Sackhoff
  • Kate Siegel
  • Heather Graham
  • Matthew Lillard

Die Dreharbeiten fanden zwischen Juni und Oktober 2025 in Vancouver statt. Die Serie soll im Oktober 2026 starten, zum 50. Jahrestag von Kings Romandebüt und der ersten Verfilmung von 1976.

Ein wiederkehrendes Thema

Die Schlagzeile von 2015 und Nauds Rückkehr als CW im Jahr 2025 liegen zehn Jahre auseinander, drehen sich im Kern aber um dieselbe Frage: wer bestimmt, was von einer Person nach außen sichtbar wird. 2015 entschied eine Redaktion, ihre Geschichte öffentlich zu machen. In ihren bekanntesten Rollen spielt Naud seither wiederholt Frauen, die genau das selbst in der Hand behalten.

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen