Jana Maradona ist Erbin, doch ein DNA-Test fehlt bis heute

Jana Maradona verfolgt seit Monaten den Prozess um den Tod ihres Vaters in einem Gerichtssaal in San Isidro. Dass sie überhaupt zu den fünf rechtlich anerkannten Erben zählt, beruht allein auf einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1999, nicht auf einem genetischen Nachweis. Diego Maradona hatte sich zuvor dreimal geweigert, einen Vaterschaftstest machen zu lassen.

Dieser fehlende Nachweis ist inzwischen wieder Thema, seit sich der Streit um Maradonas Nachlass zuspitzt. Menschen aus seinem früheren Umfeld äußern öffentlich Zweifel an Janas Abstammung, während der Prozess um seinen Tod gleichzeitig in die Schlussphase geht.



Jana Maradona im Überblick

AngabeInformation
Vollständiger NameJana Maradona Sabalain
Geboren4. April 1996 in Buenos Aires
MutterValeria Sabalain
VaterDiego Armando Maradona, rechtlich anerkannt 1999
GeschwisterDalma, Gianinna, Diego Armando Jr., Dieguito Fernando
Ausbildungvier Jahre Jurastudium an der Universität von Buenos Aires
BerufUnternehmerin, Gründerin von Venere Make Up
WohnortMontevideo, Uruguay

Ein Vaterschaftstest, der nie stattfand

Valeria Sabalain war achtzehn, als sie Diego Maradona in einem Lokal in Buenos Aires kennenlernte. Er war zu dieser Zeit verheiratet, die beiden trafen sich mehrere Monate lang heimlich. Als Sabalain schwanger wurde, brach der Kontakt ab, und sie zog ihre Tochter allein groß.

Acht Monate nach der Geburt reichte Sabalain eine Vaterschaftsklage ein. Maradona lehnte einen DNA Test drei Mal ab. 1999 entschied ein argentinisches Gericht auf Basis von Zeugenaussagen, dass Jana seine Tochter ist, und ordnete Unterhaltszahlungen an, die Claudia Villafañe, Maradonas damalige Ehefrau, monatlich überwies.

Diese Entscheidung galt jahrzehntelang als erledigt. Ein Bericht des argentinischen Magazins Noticias zeigt aber, dass genau dieser fehlende genetische Beweis im aktuellen Erbstreit wieder zur Sprache kommt. Aus Maradonas altem Umfeld gibt es Stimmen, die Janas Rolle im Nachlass infrage stellen, unter anderem weil sie an der Vermietung des Hauses beteiligt war, in dem ihr Vater starb.

Wie sie ihren Vater kennenlernte

Jana wuchs ohne Kontakt zu Maradona auf. Erst 2015, mit neunzehn Jahren, suchte sie selbst den Kontakt, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Vater in einem Fitnessstudio im Stadtteil Palermo trainierte. Sie ging einfach hin, meldete sich an der Rezeption und stellte sich vor.

Das erste persönliche Treffen dauerte nur wenige Minuten. Von da an entwickelte sich über die Jahre eine enge Beziehung, die bis zu Maradonas Tod im November 2020 anhielt. In diesen Jahren wuchs auch ihr öffentliches Profil, der Schweizer Blick berichtete 2019 über eine Modelkampagne, an der sie beteiligt war.

Vom Jurastudium nach Montevideo

Vier Jahre lang studierte Jana Jura an der Universität von Buenos Aires. Im Juni 2026 erklärte sie dem Magazin Gente, warum ausgerechnet dieses Studienfach für sie eine besondere Bedeutung hat:

„Ausgerechnet das Recht hat mir zu meiner Identität verholfen.“

Das gleiche Rechtssystem hatte fast zwei Jahrzehnte zuvor über ihre eigene Vaterschaft entschieden. Heute lebt sie in Montevideo und führt ihr eigenes Unternehmen, Venere Make Up. Das Team bietet künstlerisches Make up, Glitzer und individuelle Tattoos für Veranstaltungen an, den Wechsel vom Jurastudium zum eigenen Betrieb beschreibt sie selbst als bewusste Entscheidung.

Der Prozess um Maradonas Tod

Der erste Prozess gegen sieben Mitglieder von Maradonas medizinischem Team begann im März 2025 in San Isidro. Er wurde im Mai 2025 für nichtig erklärt, nachdem bekannt wurde, dass eine der zuständigen Richterinnen an einem heimlichen Dokumentarfilm über das Verfahren mitgewirkt hatte. Sie wurde im November 2025 ihres Amtes enthoben, ein neues Richtergremium übernahm den Fall.

Wenige Wochen vor Beginn des neuen Verfahrens sagte Jana gegenüber Infobae:

„Für mich haben die Ärzte meinen Vater im Grunde getötet.“

Der zweite Prozess startete im April 2026, im Mai sagte sie dort erneut aus. Der Anwalt der Töchter, Fernando Burlando, rechnet öffentlich mit Verurteilungen noch in diesem Jahr. Der bisherige Zeitplan sieht so aus:

  • 22. September 2026: Die Beweisaufnahme endete mit der Aussage eines gerichtlichen Sachverständigen.
  • Anfang Oktober 2026: Die Schlussplädoyers der Anklage und der Verteidigung beginnen.
  • Frühestens Dezember 2026: Ein Urteil wird erwartet.

Ein Nachlass, der die alte Frage zurückbringt

Fünf Kinder gelten rechtlich als Maradonas Erben:

  • Dalma Maradona
  • Gianinna Maradona
  • Diego Armando Maradona Jr.
  • Jana Maradona
  • Dieguito Fernando, noch minderjährig

Der Nachlass umfasst unter anderem die Rechte an Maradonas Namen und Bild. Laut Gerichtsunterlagen brachten allein Verträge einer Vermarktungsfirma nach Maradonas Tod mehr als drei Millionen Dollar ein.

Wie ernst der Streit um dieses Erbe werden kann, zeigte sich bereits 2021. Jana und ihre Mutter erhielten damals Morddrohungen, nachdem in Nachrichten gefordert worden war, sie solle keine Ansprüche auf das Erbe geltend machen. Argentinische Ermittlungsbehörden nahmen die Drohungen auf und leiteten Untersuchungen ein.

Ob die fehlende genetische Bestätigung juristische Folgen für die Aufteilung des Erbes hat, ist bislang offen. Klar ist nur, dass Jana sich in den kommenden Monaten gleich zwei Verfahren stellen muss, dem Strafprozess um den Tod ihres Vaters und dem Streit um sein Vermögen, in dem ihre eigene Herkunft erneut zur Debatte steht.

Häufige Fragen zu Jana Maradona

Ist sie wirklich die leibliche Tochter von Diego Maradona?

Rechtlich ja, seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1999. Ein DNA Test wurde nie durchgeführt, weil Maradona sich dreimal weigerte, sich testen zu lassen.

Wo lebt Jana Maradona heute?

Sie lebt in Montevideo, Uruguay, und führt dort ihr eigenes Unternehmen für künstlerisches Make up.

Was hat sie vor der Unternehmensgründung studiert?

Sie studierte vier Jahre lang Jura an der Universität von Buenos Aires, bevor sie sich beruflich neu ausrichtete.

Wann wird im Prozess um Diego Maradonas Tod ein Urteil erwartet?

Die Beweisaufnahme endete im September 2026, die Schlussplädoyers laufen ab Oktober, ein Urteil wird frühestens im Dezember 2026 erwartet.

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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