Okka Gundel (* 28. Dezember 1974 in Aurich) ist Journalistin, Fernsehmoderatorin und Autorin. Bekannt ist sie aus der Sportschau, den Tagesthemen und dem ARD-Morgenmagazin. Sie lebt in Köln.
Im Juli 2026 teilte die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit, dass die 51-Jährige künftig ihre Botschafterin ist. Mit Gesundheitsthemen beschäftigt sich die Moderatorin schon länger: Seit 2012 ist sie Erste Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative, acht Jahre vor ihrer eigenen Brustkrebsdiagnose.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Geboren | 28. Dezember 1974 in Aurich, Ostfriesland |
| Beruf | Journalistin, Fernsehmoderatorin, Autorin |
| Bekannt aus | Sportschau, Tagesthemen, ARD-Morgenmagazin |
| Ausbildung | Studium in Paris, Göttingen und Nizza, Volontariat beim WDR (2002 bis 2003) |
| Familie | Verheiratet, drei Kinder, wohnt in Köln |
| Buch | Elf Freundinnen müsst ihr sein (Knaur, 2011) |
| Auszeichnungen | German Paralympic Media Award (2006), Health Media Award (2022) |
Aus Ostfriesland nach Paris und Köln
Gundel wuchs als Tochter eines Kapitäns und einer Lehrerin in Ostfriesland auf. Ihr älterer Bruder Jan-Uwe Gundel war Fußballspieler. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie nach der Autorenbiografie bei LovelyBooks auf dem Tennisplatz. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach Paris, studierte an der Sorbonne und arbeitete nebenbei als Au-pair. Bei einem Besuch der French Open sei ihr sofort klar gewesen, dass sie Sportjournalistin werden wollte.
Es folgten Göttingen und Nizza, am Ende stand der Magister in Sozialwissenschaften. Neben dem Studium schrieb sie für das Göttinger Tageblatt und arbeitete für den NDR. Die Biografie spricht von gefühlt tausend Praktika. Ihre begonnene Doktorarbeit über Personal Branding im Hochleistungssport gab sie auf, als sie 2002 zum WDR nach Köln wechselte.
Vom WDR in die ARD
Beim WDR absolvierte Gundel das Programm-Volontariat und wurde später Redakteurin. Seit 2004 moderiert sie Sportformate im WDR-Fernsehen, seit 2008 ist sie auch im Ersten zu sehen. 2006 erhielt sie den German Paralympic Media Award für ihre Präsentation der Fußball-WM der Menschen mit geistiger Behinderung.
2019 beschrieb die Nordwest-Zeitung sie als regelmäßige Präsentatorin des Sportblocks der Tagesthemen am Wochenende. Welche Sendungen sie aktuell moderiert, nennen die Meldungen aus dem Jahr 2026 nicht. Die aktuellen Termine stehen im ARD-Programm.
Daneben schreibt sie und steht auf Bühnen: Für die Nordwest-Zeitung ist sie seit 2011 Kolumnistin, bei der Frankfurter Buchmesse und der lit.Cologne moderierte sie mehrfach.
Frauenfußball als Schwerpunkt
Zur Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland erschien ihr Buch Elf Freundinnen müsst ihr sein. Der Sport gilt laut Autorenbiografie als ihre „heimliche“ Liebe. Zur WM 2019 in Frankreich schrieb sie für die Nordwest-Zeitung über das Turnier. Am Frauenfußball gefalle ihr, dass die Spielerinnen auf dem Teppich geblieben seien. Auch über das Spiel selbst äußerte sie sich: „Es gibt so gut wie keine Schwalben.“
Seit 2012: Einsatz gegen Alzheimer
„Meine Großmutter hatte Alzheimer.“
Okka Gundel auf der Seite der Alzheimer Forschung Initiative
Gundel erinnert sich an den Tag, an dem ihre Großmutter sie im Café nicht mehr erkannte. Seit 2012 ist sie Erste Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in Düsseldorf, die sich nach eigenen Angaben als größter privater Förderer der Alzheimer-Forschung in Deutschland versteht. In ihrem Blog „Bleibt stark“ schrieb sie über die Krankheit und den Umgang der Angehörigen damit.
Für die AFI moderiert sie Veranstaltungen. Sie führte durch den Welt-Alzheimer-Tag 2023 und 2025 und durch den Themenabend „Neue Hoffnung bei Alzheimer?“ mit 150 Gästen im Düsseldorfer Haus der Universität. In der NDR Quizshow XXL erspielte sie 2.500 Euro für die AFI. 2022 erhielt sie für dieses Ehrenamt den Health Media Award.
Brustkrebs: Von der Diagnose 2020 bis heute
Anfang 2020 ertastete Gundel einen Knoten. Im Interview mit PINK sagt sie, ihre Intuition habe ihr sofort gesagt, dass es Brustkrebs ist. Gehofft habe sie trotzdem bis zuletzt auf ein Wunder. Drei Jahre zuvor war ihre Mutter erkrankt.
Im AOK-Magazin „Gesundheit und Gesellschaft“ erzählt sie, wie sie im Kopf ihren Freundeskreis durchging: „Krass, dann bin ich also die eine von acht.“ Gemeint ist die Statistik, nach der eine von acht Frauen im Laufe des Lebens an Brustkrebs erkrankt. Die Diagnose habe große Ohnmacht in ihr ausgelöst. Als einzige negative Erfahrung nennt sie die Art, wie ihr die Diagnose mitgeteilt wurde. In Köln habe sie unter mehreren Brustzentren wählen können.
„Es gab noch nie so viel Okka Gundel wie jetzt.“
Okka Gundel im Interview mit PINK
Am 14. Juni 2020 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ihr Text „Meine unsichtbare Verbündete“, in dem sie die Erkrankung öffentlich machte. Nach der Chemotherapie und neun Monaten Pause kehrte sie im November 2020 mit neuem Look in die Tagesthemen zurück. Über ihre Erfahrungen sprach sie danach in der NDR Talk Show (2020), im Kölner Treff und bei DAS! Rotes Sofa (beide 2021) sowie in der ARD-Sendung „Leichter leben“ (2022).
Seit 2022 ist sie Botschafterin der Brustkrebs-Plattform PINK. Im Juni 2026 berichtete BRISANT im MDR, die Moderatorin sei krebsfrei. Sie schildert dort, was die Erkrankung vor sechs Jahren für ihre Familie bedeutete.
2026: Palliativmedizin und Stiftungsarbeit
Vor ihrer Zusage hospitierte Gundel im Palliativzentrum der Uniklinik Düsseldorf. „Die ehrliche Wertschätzung der Erkrankten und ihrer Angehörigen hat mich sehr beeindruckt“, sagt sie laut Mitteilung der DGP vom 31. Juli 2026.
DGP-Präsidentin Claudia Bausewein sagte: „Viele Menschen haben Angst vor dem Stempel ‚Palliativ‘.“ Einer Fachgesellschaft mit mehr als 6.800 Mitgliedern falle es schwer, dieser Verunsicherung und dem öffentlichen Tabu zu begegnen. Gundel setze sich seit ihrer Erkrankung für einen offeneren Umgang mit Krebs ein. Frühe Palliativversorgung nennt sie eine Chance für Betroffene. Ihr Motto: „Drüber reden hilft.“
Nach der Ankündigung sollte Gundel am 26. September beim 16. DGP-Kongress in Freiburg die Abschluss-Podiumsdiskussion moderieren. Die DGP macht außerdem auf ihre Kampagne „das ist palliativ“ und den kostenlosen Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland aufmerksam, der in zehn Sprachen vorliegt.
Ebenfalls 2026 wurde Gundel laut ihrem Sprecherprofil bei der Konferenz YES!CON die neue Stimme der Rexrodt von Fircks Stiftung. Die Stiftung unterstützt krebskranke Mütter und ihre Kinder. Annette Rexrodt von Fircks gründete sie im August 2005 und starb im Juni 2024. Seit 2023 ist Gundel außerdem Botschafterin der Mediensucht-Prävention NRW in Köln.
Familie
Gundel ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern in Köln. Die Töchter kamen 2007 und 2010 zur Welt, der Sohn 2012.
Die Stationen im Überblick
- 1974: Geburt in Aurich.
- 2002: Wechsel vom NDR zum WDR, Volontariat in Köln.
- 2004: Erste Sportmoderationen im WDR-Fernsehen.
- 2008: Erste Auftritte in der ARD.
- 2011: Buch zur Frauenfußball-WM, Kolumnistin der Nordwest-Zeitung.
- 2012: Erste Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative.
- 2020: Brustkrebsdiagnose, Rückkehr in die Tagesthemen im November.
- 2022: Botschafterin von PINK, Health Media Award.
- 2023: Botschafterin der Mediensucht-Prävention NRW.
- 2026: Botschafterin der DGP, neue Stimme der Rexrodt von Fircks Stiftung.
Häufige Fragen
Wie alt ist Okka Gundel?
Sie ist 51 Jahre alt und wird am 28. Dezember 2026 52.
Woher kommt Okka Gundel?
Sie wurde in Aurich in Ostfriesland geboren und lebt heute in Köln.
Hatte Okka Gundel Brustkrebs?
Ja, die Diagnose erhielt sie Anfang 2020. Im November 2020 kehrte sie nach der Chemotherapie in die Tagesthemen zurück. Im Juni 2026 meldete BRISANT, sie sei krebsfrei.
Wo ist Okka Gundel im Fernsehen zu sehen?
Bekannt ist sie aus Sportschau, Tagesthemen und ARD-Morgenmagazin. Die aktuellen Sendetermine stehen im ARD-Programm.
Wie viele Kinder hat Okka Gundel?
Sie hat drei Kinder, zwei Töchter (geboren 2007 und 2010) und einen Sohn (geboren 2012).

