Teri Tordai wird am 28. Dezember 85 Jahre alt. Im deutschsprachigen Kino kennt man sie unter ihrem Bühnennamen Terry Torday als Titelfigur der Wirtin-von-der-Lahn-Filme, in Ungarn ist sie seit 2018 Trägerin des Kossuth-Preises und gehört weiter zum Ensemble des Budapester Új Színház.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Teri Tordai, ungarisch Tordai Teri |
| Künstlername | Terry Torday, gelegentlich Teri Torday |
| Geboren | 28. Dezember 1941 in Debrecen |
| Alter | 84 Jahre, Stand September 2026 |
| Beruf | Schauspielerin, Bühne, Film und Fernsehen |
| Bekannt für | die Filmreihe um die Wirtin von der Lahn (1967 bis 1973), Mephisto (1981), Oberst Redl (1985) |
| Auszeichnung | Kossuth-Preis, 2018 |
| Ensemble | Új Színház Budapest, seit 2001 |
| Tochter | Lili Horváth, ebenfalls Schauspielerin |
Kindheit in Eger, Ausbildung in Budapest
Tordai wurde in Debrecen geboren. Wegen der Bombenangriffe zog die Familie zur Großmutter mütterlicherseits nach Eger. Dort wuchs sie mit ihrer älteren Schwester auf, während die Mutter als Lehrerin arbeitete und der Vater, zunächst an der Front, später Richter wurde. In Eger lernte sie Ballett und Schwimmen.
Mit 14 begann sie eine vierjährige Lehrerausbildung. Bei einem Rezitationswettbewerb wurde der Schauspieler József Gáti auf sie aufmerksam und riet ihr, sich an der Schauspielakademie in Budapest zu bewerben. Von 1960 bis 1964 studierte sie dort bei Géza Pártos. Vor der Kamera stand sie schon während des Studiums, ihre erste Filmrolle hatte sie 1962 in Esős vasárnap.
Wie die Titelrolle an Terry Torday ging
Ihren ersten deutschsprachigen Film drehte Tordai 1965 mit Ferien mit Piroschka, in dem sie, wie die deutsche Wikipedia festhält, ausgerechnet eine Deutsche in Ungarn spielte.
1967 drehte Franz Antel in Ungarn eine Komödie um die Wirtin von der Lahn. Die Hauptrolle war ursprünglich für Mylène Demongeot vorgesehen. Nach der deutschen Wikipedia bestand der ungarische Koproduktionspartner der Produktion darauf, sie stattdessen an Tordai zu vergeben, die zu dieser Zeit Mitte zwanzig war. Ungarische Darstellungen nennen einen anderen Grund: Antel habe aus Kostengründen ohnehin eine ungarische Schauspielerin gesucht. Für ihre deutschen Filme sprachen andere Schauspielerinnen ihre Rolle nach, unter ihnen Margot Leonard und Rosemarie Kirstein, weil Tordai zu Drehbeginn kein Deutsch sprach.
Die sechs Filme der Reihe
| Teil | Titel | Premiere | Zur Besetzung |
|---|---|---|---|
| 1 | Die Wirtin von der Lahn | Österreich 1967, Westdeutschland 16. Januar 1968 | mit Harald Leipnitz |
| 2 | Frau Wirtin hat auch einen Grafen | Westdeutschland 26. November 1968 | Jeffrey Hunter als Enrico |
| 3 | Frau Wirtin hat auch eine Nichte | 16. April 1969 | mit Claudio Brook, Heinrich Schweiger als Napoleon |
| 4 | Frau Wirtin bläst auch gern Trompete | 1970 | Dreh in Wien und Ungarn |
| 5 | Frau Wirtin treibt es jetzt noch toller | September 1970 | Doppelrolle als Susanne und deren Schwester Ilona |
| 6 | Frau Wirtins tolle Töchterlein | 1973 | letzter Teil, mit Archivmaterial aus den vorigen Filmen |
Tordai spielte in allen sechs Teilen die Figur Susanne Delberg. Der erste Film gehörte laut deutscher Wikipedia zu den erfolgreichsten des Kinojahres 1968 und bekam eine Goldene Leinwand. In Italien soll er in den ersten 180 Tagen 600 Millionen Lire eingespielt haben. Die Kritik reagierte auf die Reihe kühl, das Publikum kam trotzdem in großer Zahl. Mehrfach blenden die Filme eine erfundene „Sitten-Kommission“ ein, ein Scherz auf Kosten der Zensurbehörden, während die eigentlichen Spielszenen zurückhaltend bleiben.
Daneben drehte Tordai für Antels Produktionsfirma Neue Delta weitere Filme, darunter Otto ist auf Frauen scharf (1968), Der Turm der verbotenen Liebe (1968), Warum hab ich bloß 2 x ja gesagt? (1969, mit Lando Buzzanca) und Liebe durch die Hintertür (1969).
Was Tordai über die Jahre als Terry Torday erzählt
Im Juni 2022 sprach Tordai mit dem ungarischen Magazin Képmás über diese Zeit. Die Familie habe kein Geld gehabt, ihre Mutter habe ihr zur Zusage geraten und gesagt, sie könne ihr nicht einmal ein Handtuch für die Reise mitgeben. Deutsch habe sie zu diesem Zeitpunkt nicht gesprochen, getraut habe sie sich, weil Produktionsleiter und Maskenbildnerin Ungarn gewesen seien.
Ihren Vertrag habe die ungarische Agentur Koncertiroda verhandelt. Beim dritten Wirtin-Film sei ihr aufgefallen, dass selbst der letzte Statist mehr verdiente als die Titelfigur. Bei einem Dreh in Nizza habe sie beim Abendessen nicht gewusst, welches Besteck sie nehmen solle, das Team habe sie damit aufgezogen. Bei einem Fototermin im Ausland habe sich herausgestellt, dass der Fotograf für den Playboy arbeitete. Sie sei mitten im Dreh abgereist, nach einer Woche habe das Team sie zur Rückkehr überredet.
Mit 30 habe sie beschlossen, keine weiteren Filme im Ausland mehr zu drehen. Die Filmografie zeigt danach noch einzelne deutschsprachige Produktionen, darunter Der Kapitän (1971) mit Heinz Rühmann. Nach ihrer Rückkehr habe sie an mehreren ungarischen Theatern gespielt, bevor sie auf die großen Bühnen zurückfand. Sie sagt, wäre sie heute jung, würde sie eher Sprachen lernen und im Ausland arbeiten.
Bühnenlaufbahn in Ungarn
Nach der Schauspielakademie ging Tordai zunächst ans Nationaltheater, damals mit Ensembles in Szeged und Pécs vertreten. Dort spielte sie ab 1964, ab 1965 dann am Haus in Budapest, wo sie nach eigener Aussage neben Mari Törőcsik auf der Bühne stand, unter anderem in Cillei és a Hunyadiak und Az ember tragédiája. Bis zur Jahrtausendwende wechselte sie mehrfach das Ensemble, zum Vidám Színpad, zum Népszínház, in die Filmgesellschaft Mafilm und ans József-Attila-Theater in Budapest, dazwischen von 1995 bis 2001 ans Petőfi-Theater in Veszprém. Seit 2001 gehört sie zum Ensemble des Új Színház in Budapest.
Kossuth-Preis und weitere Auszeichnungen
Der Kossuth-Preis ist Ungarns höchste staatliche Auszeichnung für kulturelle Leistungen. Tordai erhielt ihn 2018 für ihr Lebenswerk. Die Begründung, wie das Nemzeti Archívum sie wiedergibt, beschreibt ihren Weg von naiven Rollen zu vielschichtigen Charakteren sowie ihre Eleganz auf der Bühne, Humor und dramatische Tiefe.
| Jahr | Auszeichnung |
|---|---|
| 1985 | Jászai-Mari-Preis |
| 2011 | Aase-Preis |
| 2012 | Verdienter Künstler Ungarns |
| 2015 | Hervorragender Künstler Ungarns |
| 2018 | Kossuth-Preis |
| 2019 | Budapestért-Preis |
| 2021 | Lebenswerk-Preis der Ungarischen Filmakademie |
| 2021 | Arany-Medál-Lebenswerkpreis |
Ohne genanntes Jahr belegt sind der Gräfin-Antónia-Zichy-Preis der Batthyány-Stiftung und ein Preis als beste Schauspielerin beim Nationalen Theatertreffen.
Filmografie in Auswahl
| Jahr | Film | Rolle oder Bemerkung |
|---|---|---|
| 1962 | Esős vasárnap | erste Filmrolle |
| 1965 | Háry János | ungarische Produktion |
| 1965 | Ferien mit Piroschka | Karin |
| 1966 | Egy magyar nábob / Die Fehde der Geier | Chataquela |
| 1967 | Die Wirtin von der Lahn | Susanne Delberg |
| 1968 | Otto ist auf Frauen scharf | Gloria Anden |
| 1968 | Der Turm der verbotenen Liebe | Königin Marguerite de Bourgogne |
| 1969 | Frau Wirtin hat auch eine Nichte | Susanne Delberg |
| 1969 | Warum hab ich bloß 2 x ja gesagt? | Ingrid |
| 1971 | Der Kapitän | mit Heinz Rühmann |
| 1981 | Mephisto | Regie István Szabó |
| 1981 | Der Bockerer | Regie Franz Antel |
| 1985 | Oberst Redl | Regie István Szabó |
In Ungarn spielte sie auch die Spionin Katalin in der Miniserie A névtelen vár von Éva Zsurzs, Eileen St. Claire in A Pendragon legenda und Prinzessin Viktória in Bob herceg von Márton Keleti.
Familie
Tochter Lili Horváth wurde 1976 geboren und ist ebenfalls Schauspielerin. Beide standen gemeinsam in dem Stück Nőből is megárt a nagymama auf der Bühne. Tordai ist geschieden, den Namen des früheren Ehemanns nennen die vorliegenden Quellen nicht.
Aktuelle Situation
Beim Új Színház ist Tordai weiterhin als Ensemblemitglied geführt, mit Rollen unter anderem in Se itt, se ott, Zserbótangó und Az élet kapuja. Im Mai 2026 stand sie laut einem Terminverzeichnis der Gewerkschaft MKKSZ in einer Vorstellung von Se itt, se ott auf der Bühne, gemeinsam mit Cecília Esztergályos. Ihren 80. Geburtstag hatte das Theater im Dezember 2021 mit ihr gefeiert.
Die Kossuth-Jury würdigte 2018 eine Bühnenlaufbahn und erwähnte die Wirtin-Filme mit keinem Wort. Im deutschsprachigen Raum ist es bis heute vor allem diese Reihe, mit der ihr Name verbunden bleibt.
Häufige Fragen
Wie alt ist Teri Tordai?
Geboren am 28. Dezember 1941, ist sie im September 2026 84 Jahre alt.
Heißt sie Tordai oder Torday?
Ihr Name ist Tordai, in ungarischer Reihenfolge Tordai Teri. Torday steht in den Abspännen ihrer deutschsprachigen Filme, meist als Terry Torday.
Wie viele Filme der Wirtin-Reihe gibt es?
Sechs, gedreht zwischen 1967 und 1973. Tordai spielt in jedem die Titelfigur Susanne Delberg.
Ist Teri Tordai noch aktiv?
Ja. Sie gehört weiter zum Ensemble des Új Színház in Budapest.
Quellen

