Ursula Lillig spielte Helga Legrelle in der Raumpatrouille

Ursula Lillig (* 2. September 1938 in Magdeburg; † 16. Juni 2004 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin, die in der 1966 ausgestrahlten Fernsehserie „Raumpatrouille Orion“ in allen sieben Folgen den Leutnant Helga Legrelle spielte. Auf der Bühne stand sie unter anderem in Mainz und am Frankfurter Theater am Turm, später gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der freien Gruppe Schlicksupp Theatertrupp. Rainer Werner Fassbinder gab ihr 1978 eine kleine Rolle in seinem Film „In einem Jahr mit 13 Monden“.



Steckbrief der Schauspielerin Ursula Lillig

AngabeDaten
Geboren2. September 1938 in Magdeburg
Gestorben16. Juni 2004 in Frankfurt am Main, mit 65 Jahren
BerufeSchauspielerin, Hörspielsprecherin, Synchronsprecherin
Bekannteste RolleLeutnant Helga Legrelle in „Raumpatrouille Orion“ (1966)
BühneStadttheater Mainz, Theater am Turm in Frankfurt
Freie SzeneGründungsmitglied des Schlicksupp Theatertrupp
Letzte Fernsehrolle„Polizeiruf 110″, Folge „Feuertod“ (1997)

Helga Legrelle an Bord der Orion

Die Serie „Raumpatrouille Orion“ lief 1966 im Fernsehen, wie die deutsche Wikipedia vermerkt. Lillig war in allen sieben Folgen dabei. Ihre Figur, Leutnant Helga Legrelle, war für die Raumüberwachung des Raumschiffs zuständig.

DarstellerFigur
Dietmar SchönherrCliff Allister McLane
Eva PflugTamara Jagellovsk
Claus HolmAtan Shubashi
Wolfgang VölzMario de Monti
Friedrich G. BeckhausHasso Sigbjörnson
Ursula LilligHelga Legrelle

Lilligs Fernsehrollen von 1958 bis 1997

Die Filmografie der Wikipedia und von IMDb umfasst vier Jahrzehnte. Eine Auswahl:

JahrTitel
1958„Was ihr wollt“ (Rolle Viola), „Der Tod auf dem Rummelplatz“, „Unser Herr Vater“ (Fernsehfilme)
1959„Der zerbrochene Krug“ (Fernsehfilm)
1961„Adieu, Prinzessin“ (dreiteiliger Fernsehfilm), „Bis zum Ende aller Tage“
1962„Der Schlaf der Gerechten“ (Fernsehfilm)
1966„Raumpatrouille Orion“ (Fernsehserie, sieben Folgen)
1969„Attentat auf den Mächtigen“ (Fernsehfilm)
1971 bis 1973„Drüben bei Lehmanns“ (Fernsehserie, sechs Folgen)
1978„In einem Jahr mit 13 Monden“ (Regie Rainer Werner Fassbinder)
1985„Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ (Regie Alexander Kluge)
1993„Der große Bellheim“ (Mehrteiler, Regie Dieter Wedel)
1997„Polizeiruf 110″, Folge „Feuertod“

Auf der Bühne in Mainz und am Theater am Turm

Über Kindheit und Jugend ist nichts veröffentlicht. Nach einem Künstlerlexikon der Zeitschrift Funk Uhr besuchte Lillig das Berliner Reinhardt-Seminar und spielte in Hamburg unter Gustaf Gründgens.

Das Stadttheater Mainz führt sie im Theaterlexikon der Theaterfreunde Mainz als engagierte Schauspielerin. Die Quellen verorten das Engagement in den 1950er-Jahren und nennen dafür unterschiedliche Zeiträume. In Frankfurt gehörte sie in den 1970er-Jahren zu den Mitgliedern des Theaters am Turm, kurz TAT.

Fassbinder leitete das Haus in der Spielzeit 1974/75. 1978 spielte Lillig dann in seinem Film „In einem Jahr mit 13 Monden“ eine kleine Rolle.

Schlicksupp Theatertrupp, die freie Gruppe nach dem TAT

Nach Darstellung des Wu Wei Theaters, der Nachfolgegruppe, wurde das TAT Ende der 1970er-Jahre geschlossen, und die Schauspieler verloren ihre Stellen. Aus diesem Kreis ging der Schlicksupp Theatertrupp hervor, zu dessen Gründungsmitgliedern Lillig laut Theaterfreunde Mainz zählte.

Schlicksupp TheatertruppAngaben
RegiePaul Binnerts, niederländischer Regisseur
Leitungkeine Intendanz
Ensemble13 Mitglieder
ProbenJugendzentrum in Höchst
SpielorteFabriken, Stadttheater, Festivals
Produktion„Flametti“ über die Dada-Zeit, Premiere 1982 im Lantaren Venster Rotterdam
Ende1986, hoch verschuldet
Neustart1989 als Wu Wei Theater

Mitgründer Rolf W. Johannsmeier gibt auf seiner Website für seine Zeit in der Gruppe die Jahre 1979 bis 1984 an, mit über 500 Gastspielen und Koproduktionen in ganz Europa. Die Theaterfreunde Mainz setzen den Beginn Anfang der 1980er-Jahre an.

Lilligs Hörspiele in der ARD-Datenbank

Die ARD-Hörspieldatenbank führt unter Lilligs Namen vier Produktionen von 1961 bis 1995, drei davon beim Hessischen Rundfunk.

TitelSenderErstsendungRolle
FlavioRadio Bremen11. April 1961keine Angabe
Protokoll einer Sitzung (Alexander Gelman)Hessischer Rundfunk20. März 1978Kassiererin
Für eine Mark und acht (Jörg Fauser)Hessischer Rundfunk31. Juli 1978Frau im Radio
Auf der anderen SeiteHessischer Rundfunk17. August 1995keine Angabe

In „Für eine Mark und acht“ sprach auch Cornelia Niemann mit, die zum Kreis des Schlicksupp Theatertrupp gehörte. Für die Synchronisation führt die Deutsche Synchronkartei fünf Sprechrollen auf.

Lilligs Tod in Frankfurt

Am 16. Juni 2004 starb Lillig in Frankfurt am Main im Alter von 65 Jahren. Über ihr Privatleben liegen kaum belastbare Angaben vor.

Häufige Fragen zur Schauspielerin Lillig

Welche Rolle spielte Ursula Lillig in der Raumpatrouille?

Sie spielte Leutnant Helga Legrelle, zuständig für die Raumüberwachung der Orion, in allen sieben Folgen der Serie von 1966.

Wann und wo starb Ursula Lillig?

Sie starb am 16. Juni 2004 in Frankfurt am Main im Alter von 65 Jahren.

Hat Lillig mit Fassbinder gearbeitet?

1978 spielte sie eine kleine Rolle in seinem Film „In einem Jahr mit 13 Monden“. Dem Frankfurter TAT, das er in der Spielzeit 1974/75 leitete, gehörte sie in den 1970er-Jahren als Mitglied an.

Was war der Schlicksupp Theatertrupp?

Eine freie Frankfurter Theatergruppe, die Ende der 1970er- oder Anfang der 1980er-Jahre entstand und 1986 hoch verschuldet aufgab.

Wo finden sich Lilligs Hörspiele?

In der ARD-Hörspieldatenbank des Deutschen Rundfunkarchivs, die online frei durchsucht werden kann.

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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