Wencke Myhre Ehepartner: Drei Ehen, vier Kinder und der Mann ohne Trauschein

1964 lernte Wencke Myhre in Gaza ihren ersten Ehemann kennen. Die norwegische Schlagersängerin war damals siebzehn und das Zugpferd einer Spendenaktion, die dort eine Kinderklinik finanziert hatte. Mehr als sechzig Jahre später hängen in dem Haus, in dem sie heute lebt, noch immer Fotos von ihrem zweiten Ehemann. Der nahm sich 1991 das Leben.



Wencke Myhres Ehemänner und Lebensgefährte im Überblick

NameBeziehungZeitraum
Torben Friis-MøllerErster Ehemann1969 bis ca. 1979
Michael PflegharZweiter Ehemann1981 bis 1990
Arthur BuchardtDritter EhemannMai 1995 bis 1999
Anders EljasLebensgefährteEnde der 1990er Jahre bis heute

Erster Ehemann: Torben Friis-Møller

Torben Friis-Møller war dänischer Zahnarzt. Wencke Myhre und er heirateten 1969, fünf Jahre nach ihrer Begegnung in Gaza. Sie bekamen drei Kinder: Kim (16. Mai 1971), heute als Jurist tätig, Dan (23. Oktober 1973) und Fam (17. April 1975). Um 1979 trennten sie sich, nach rund zehn Jahren Ehe. Wencke Myhre zog danach für ein Jahr nach Paris.


Zweiter Ehemann Michael Pfleghar: Ruhm, Krise und Düsseldorf 1991

Michael Pfleghar, geboren am 20. März 1933 in Stuttgart, war zu diesem Zeitpunkt einer der meistbeschäftigten Fernsehregisseure Deutschlands. Er hatte 1967 in den USA mit Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Antônio Carlos Jobim gearbeitet, zwischen 1969 und 1972 „Wünsch Dir was“ inszeniert, Deutschlands erste interaktive Fernsehshow mit Live-Televoting, und mit „Klimbim“ (1973 bis 1979) eine der bekanntesten Comedyserien der Bundesrepublik auf die Beine gestellt. 87 Produktionen trugen bis zu seinem Tod seinen Namen.

1979 inszenierte Pfleghar den TV-Film „Wencke, Udo und der blaue Diamant“ mit Wencke Myhre und Udo Jürgens. 1981 heirateten sie. Ihr gemeinsamer Sohn Michael jr. wurde am 6. April 1982 geboren und arbeitet heute als Regisseur.

1986 inszenierte Pfleghar „Die Zukunft hat Geburtstag“, eine Fernsehgala zum 100-jährigen Jubiläum des Automobils, mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Niki Lauda. Die Produktion kostete 20 Millionen Mark, Teile der Finanzierung liefen über Wencke Myhres norwegische Kontakte. Die Gala wurde ein öffentliches Desaster.

Im Magazin Freizeit König schilderte Wencke Myhre eine Episode aus dieser Zeit:

„Einmal stand die Polizei vor meiner Tür, weil man in München eine Frau mit Drogen festgenommen hatte. Sie behauptete, sie hätte das Zeug für Michael gekauft.“

Pfleghar hielt sich zu diesem Zeitpunkt in den USA auf, Interpol fahndete nach ihm. Wencke Myhre beschrieb die Suche mit den Worten: „wie ein wildes Tier.“

1990 trennten sich die beiden. Am 23. Juni 1991 nahm sich Michael Pfleghar in Düsseldorf das Leben. Er war 58 Jahre alt.

2013 sagte sie gegenüber t-online:

„Daran gewöhnt man sich nicht, und ich werde auch nie eine Antwort darauf bekommen, warum das passiert ist. Aber auch heute spreche ich noch jeden Tag über ihn.“

Und: „Es stehen Bilder von ihm überall bei uns zu Hause.“


Dritter Ehemann: Arthur Buchardt

Knapp vier Jahre nach Pfleghars Tod heiratete Wencke Myhre im Mai 1995 den norwegischen Hotelinvestor Arthur Buchardt. Buchardt, geboren 1948 in Drammen, hatte unter anderem ein Hotel für die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer gebaut. Die Ehe dauerte vier Jahre. 1999 trennten sie sich. Wencke Myhre hat sich zu den Gründen öffentlich nie geäußert.


Wencke Myhres Kinder und Familie

Wencke Myhre hat vier Kinder: Kim (16. Mai 1971), Dan (23. Oktober 1973) und Fam (17. April 1975) aus der ersten Ehe mit Torben Friis-Møller sowie Michael jr. (6. April 1982) aus der Ehe mit Michael Pfleghar. Kim ist heute Jurist, Michael jr. Regisseur. Stand 2021 hat Wencke Myhre zehn Enkelkinder.


Anders Eljas: Wencke Myhres Lebensgefährte seit Ende der 1990er Jahre

Anders Erik Gillis Eljas wurde am 15. Januar 1953 in Stockholm geboren. Er studierte Klavier und Violine an der Königlichen Musikhochschule Stockholm.

1977 war er Keyboarder auf der ABBA-Tournee durch Europa und Australien. 1983 engagierten ihn Björn Ulvaeus und Benny Andersson als Arrangeur des Musicals „Chess“; die Einspielung und Europatournee 1984 dirigierte er mit dem London Symphony Orchestra. 2009 leitete er das BBC Symphony Orchestra bei einem Konzert im Londoner Hyde Park vor rund 36.000 Zuschauern. Von 2004 bis 2007 war er musikalischer Leiter der Tourneeshow „Gitte, Wencke, Siw“; das Trio erhielt 2004 dafür die Goldene Stimmgabel.

Mit Wencke Myhre ist Eljas seit Ende der 1990er Jahre zusammen. Beide leben auf Nesøya in der Gemeinde Asker nahe Oslo. Geheiratet haben sie nicht. Im Bild-Interview sagte Wencke Myhre:

„Hochzeit ist bei uns kein Thema. Wir sind auch so sehr glücklich zusammen.“

Als Wencke Myhre im August 2010 ihre Brustkrebserkrankung öffentlich machte und sechs Chemotherapien sowie mehr als zwanzig Bestrahlungen auf sich nahm, war Eljas an ihrer Seite. 2024 erlitt er selbst lebensbedrohliche Herzprobleme und überstand eine Notoperation; 2025 folgte ein Vorhofflimmern, das drei Kardioversionen und eine Ablation erforderte. Wencke Myhre war bei ihm.

Auf dem 2024 erschienenen Album „Gute Jahre“ handelt der Song „Kein Leben ohne Liebe“ nach Angaben des Verleihs autobiographisch von ihrer gemeinsamen Geschichte.


Am 5. November 2021 verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Wencke Myhre in Oslo das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für ihr Wirken als Brückenbauerin zwischen Norwegen und Deutschland. Sie antwortete: „Deutschland ist meine zweite Heimat.“ Seit über 25 Jahren lebt sie mit dem schwedischen Musiker Anders Eljas auf Nesøya in Norwegen, ohne Trauschein. Pfleghars Fotos hängen noch immer an den Wänden des Hauses, das sie mit ihrem Lebensgefährten teilt.

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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