Benjamin Stöwe: ZDF-Wettermann mit eigener Star-Trek-Welt

Benjamin Stöwe moderiert seit 2015 das Wetter im ZDF-Morgenmagazin und arbeitet seit 2007, fast zwei Jahrzehnte parallel dazu, als Synchronsprecher mit inzwischen mehr als 300 eingesprochenen Rollen. In seiner Heimatstadt Eberswalde betreibt er zudem ein eigenes kleines Star-Trek-Museum, ein Projekt, das mit seiner Arbeit beim ZDF nichts zu tun hat.

Jeden Freitag kürt er im Morgenmagazin das schönste eingesendete Wetterfoto der Woche, eine kleine, feste Rubrik mit zwei moma-Tassen als Gewinn. In Eberswalde, gut fünfzig Kilometer nördlich von Berlin, liegt sein Museum auf 17,01 Quadratmetern, benannt nach der Registriernummer der USS Enterprise. Wer Stöwe nur aus dem Morgenmagazin kennt, kennt nur eine Hälfte seiner Arbeit.



Vom rbb zum ZDF-Morgenmagazin

Stöwe wurde am 12. Oktober 1983 in Eberswalde geboren, damals noch DDR. Seine journalistische Laufbahn beginnt 2005 beim rbb, wo er als Redakteur und Moderator arbeitet. Ausgebildet wurde er an der Electronic Media School in Babelsberg. Nach Angaben auf seiner eigenen Website war er später zusätzlich als Dozent tätig, unter anderem an der Fachhochschule der Polizei und an einer Medienakademie.

2015 wechselt er als Wettermoderator zum ZDF-Morgenmagazin, seit 2020 ist er zusätzlich im ZDF-Mittagsmagazin zu sehen. Beide Sendungen laufen weiterhin, aktuelle ZDF-Programmseiten aus dem Jahr 2026 führen ihn regelmäßig als moma-Wettermoderator auf. Bekannt ist er dabei auch für seine auffälligen Pullover, die inzwischen zu einem festen Erkennungsmerkmal geworden sind.

Nach eigener Aussage im Interview mit dem Portal Prisma war der Wechsel ins Wetterfach eher ein Zufall als eine geplante Karriereentscheidung.

Synchronsprecher seit 2007

Parallel dazu arbeitet Stöwe seit 2007 als Synchronsprecher und hat mittlerweile mehr als 300 Rollen eingesprochen. Am bekanntesten ist seine Arbeit als deutsche Stimme von Wilson Cruz in der Figur des Dr. Hugh Culber in „Star Trek: Discovery“, die er seit 2017 spricht. Culber bildet dort gemeinsam mit der Figur Paul Stamets eines der ersten fest etablierten homosexuellen Paare der Star-Trek-Reihe, eine Rolle mit entsprechendem Gewicht innerhalb der Serie.

Weitere Synchronrollen von Stöwe finden sich in international bekannten Produktionen: als deutsche Stimme von Alan Aisenbergs Figur Gerber Bayley in „Orange Is the New Black“, von Keegan Allens Figur Liam Walker in der Serie „Walker“ sowie von Jay Ellis‘ Figur mit dem Spitznamen Payback im Kinofilm „Top Gun: Maverick“.

Raumschiff Eberswalde: Ein eigenes Star-Trek-Projekt

In seiner Heimatstadt betreibt Stöwe zusätzlich „Raumschiff Eberswalde“, nach eigenen Angaben den ersten deutschen Star-Trek-Hörspiel-Podcast. In inzwischen mehr als 500 Folgen wird das fiktive Logbuch eines Sternenflottenoffiziers erzählt, angesiedelt in Stöwes eigener Heimatstadt im 25. Jahrhundert. Neue Folgen sind bis in das Jahr 2026 erschienen. Dazu gehört das bereits erwähnte Museum, von Stöwe selbst als kleinstes Star-Trek-Museum der Welt beschrieben. Als Gast bei Fan-Conventions wie Project AREA51 trat er unter anderem 2022 und 2025 auf.

Podcast und Museum sind unabhängig von seiner Fernseharbeit entstanden. Kein Sender steht dahinter, keine Redaktion hat das Projekt beauftragt.

Woher die Leidenschaft stammt

In einem Interview mit Prisma im Juni 2022 sollte Stöwe eigentlich über seine damals neue ZDF-Wetterdokumentation „Heiter bis sonnig, wo unser Sommer gemacht wird“ sprechen, für die er auf die Azoren, nach Skandinavien und nach Island gereist war. Auf seine Star-Trek-Begeisterung angesprochen, erzählte er stattdessen von seiner Kindheit: Der Sternenhimmel habe ihn schon früh fasziniert, und zahlreiche Zeichnungen im Haus seiner Eltern würden bis heute davon zeugen, wie sehr ihn diese Frage als Kind beschäftigt habe.

Museum, Podcast und die Synchronrolle als Culber lassen sich auf diese frühe Beschäftigung zurückführen. Der Wetterjob kam deutlich später dazu, über den Umweg des rbb und eher zufällig, wie Stöwe selbst sagt.

Zwei Rollen, eine Person

Beruflich steht Stöwe jeden Morgen für überprüfbare Information: Temperaturen, Luftdruck, ob ein Regenschirm nötig ist. Sein zweites Projekt arbeitet mit anderem Material. Podcast und Museum erzählen eine Geschichte, die er selbst geschrieben hat, in einer Stadt, die er selbst ausgesucht hat, weil es seine eigene ist.

Für ein breites Fernsehpublikum bleibt Stöwe zunächst der Moderator mit den auffälligen Pullovern. Innerhalb der deutschen Star-Trek-Szene ist er zusätzlich bekannt als Synchronstimme, Museumsbetreiber und Macher eines eigenen Hörspielprojekts. Beide Bekanntheiten laufen seit Jahren nebeneinander her, ohne dass die eine von der anderen abhängt.

Die wichtigsten Stationen im Überblick

JahrStation
1983Geburt in Eberswalde
2005Beginn als Redakteur und Moderator beim rbb
2007Start als Synchronsprecher
2015Wettermoderator im ZDF-Morgenmagazin
2017Deutsche Stimme von Dr. Hugh Culber in „Star Trek: Discovery“
2020Zusätzlich Wettermoderator im ZDF-Mittagsmagazin
2022ZDF-Dokumentation „Heiter bis sonnig, wo unser Sommer gemacht wird“
2022 und 2025Gast bei der Convention Project AREA51

Quellen: ZDF-Morgenmagazin, Wikipedia: Benjamin Stöwe, Prisma-Interview mit Benjamin Stöwe (2022), benjaminstoewe.com, Project AREA51

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen