Gabriele Schniewind war Modedesignerin, Buchautorin und eine feste Größe der Münchner Gesellschaft. Bekannt wurde sie einem breiten Publikum als Gaby von Thun, nachdem sie 1999 den österreichischen Schauspieler Friedrich von Thun geheiratet hatte. Nach der Scheidung 2009 lebte sie in München-Schwabing und veröffentlichte noch zwei weitere Bücher. Am 29. Januar 2018 wurde sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war 65 Jahre alt.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick: Gabriele Schniewind
| Geburtsname | Gabriele Schniewind |
| Geboren | 1952 |
| Beruf | Modedesignerin, Buchautorin |
| Verheiratet mit | Friedrich von Thun (1999 bis 2009) |
| Bücher | 3 (2006, 2008, 2016) |
| Gestorben | 29. Januar 2018, München-Schwabing |
| Bestattet | Nürnberg |
Die Trauerfeier im Februar 2018
Am 20. Februar 2018 fand in der Kirche St. Georg in München-Bogenhausen die Trauerfeier statt. Willy Michl, ein bayerischer Musiker, der auch auf ihrer Hochzeit gespielt hatte, spielte „Isarflimmern“ und Johnny Cashs „Aloha Oe“. Friedrich von Thun saß in der ersten Reihe und weinte.
Eine Freundin trat vor die Gemeinde und las einen Abschiedsbrief vor. Gaby Schniewind hatte das so festgelegt. Auch am Ende hatte sie selbst entschieden, was gesagt wird.
Wer war Gabriele Schniewind?
Gabriele Schniewind wurde 1952 in Deutschland geboren und arbeitete viele Jahre als Modedesignerin. Parallel dazu entwickelte sie ein wachsendes Interesse an spirituellen Themen, das sie nach Aufenthalten in Indien und der Türkei vertiefte. Später trat ihre Arbeit als Buchautorin in den Vordergrund.
In der deutschen Öffentlichkeit war sie vor allem als Gaby von Thun bekannt, dem Namen, den sie durch ihre Ehe mit Friedrich von Thun trug. Die Ehe dauerte zehn Jahre, von 1999 bis 2009. Gemeinsame Kinder hatte das Paar nicht.
Ihre langjährige Freundin Tanja Valérien-Glowacz, Inhaberin einer Münchner Werbeagentur, beschrieb sie der Abendzeitung München so:
„Gaby war so ein intensiver, origineller, spannender und auch anstrengend süßer Mensch. Und sie war eine Suchende.“
Drei Bücher — ein dokumentierter Lebensweg
Gaby Schniewind hat drei Bücher veröffentlicht. Wer sie in der richtigen Reihenfolge liest, liest das Protokoll einer Frau, die sich schrittweise vom Leben als Prominentengattin löste.
Auf der Suche nach Gott (2006)
Das erste Buch erschien im Oktober 2006 im Wunderlich Verlag. Gaby Schniewind interviewte darin bekannte Persönlichkeiten über ihren Glauben: Franz Beckenbauer, Senta Berger, Xavier Naidoo, Carl Friedrich von Weizsäcker und den Dalai Lama. Sie stellte Fragen über das innere Leben anderer, nicht über ihr eigenes.
Der liebe Gott sieht aus wie ein Elefant, oder? (2008)
Der Folgeband richtete den Blick auf Kinder aus Deutschland, Indien, Israel, Ungarn und Sri Lanka und ihre Vorstellungen von Gott. Es blieb ein Projekt, das nach außen schaute.
Erleuchtung verzweifelt gesucht (2016)
Das dritte Buch erschien am 22. Februar 2016 im O.W. Barth Verlag — sieben Jahre nach der Scheidung, zwei Jahre vor ihrem Tod. Es handelt von ihr selbst: von einer Frau, die bei einer Hexe landet, fünfzehn Horoskope in Auftrag gibt, Ayurveda ausprobiert, ein Medium aufsucht und eine indische Palmblatt-Bibliothek besucht. Witzig erzählt, selbstironisch, ohne jede falsche Würde.
Die Scheidung 2009 und was danach kam
Im Sommer 2009 gab Friedrich von Thun das Ende der Ehe bekannt. Sein Satz dazu: „Wir haben beschlossen, unseren gemeinsamen Alltag zu beenden.“
Im April 2016 beschrieb Gaby Schniewind der Abendzeitung München, was dieser Satz für sie bedeutet hatte:
„Es war für mich viel schwieriger als für ihn. Alle unsere Freunde waren plötzlich auf seiner Seite — weil er der berühmte Schauspieler ist.“
Die gesellschaftliche Welt, in der sie sich zwanzig Jahre lang bewegt hatte, war um ihn herum gebaut gewesen. Als die Ehe endete, blieb sie ohne das soziale Netz, das er hinterlassen hatte.
Das dritte Buch entstand in dieser Zeit. Gaby Schniewind schrieb es mit über sechzig Jahren, öffentlich und mit einer Offenheit, die in der Münchner Society selten war.
München, Januar 2018
Am 11. Januar 2018 war Gaby Schniewind auf einem Fest der Designerin Susanne Wiebe in München. Auch Joaquin war dabei, ein spanischer Graf, den sie nach der Scheidung auf einer Reise nach Spanien kennengelernt hatte.
Über diese Begegnung hatte sie der Abendzeitung München im Jahr 2016 erzählt:
„Nur beim letzten Horoskop stand, dass ich mein Glück in Spanien finden werde. Am letzten Abend stand er dann da — ich bin zielstrebig auf ihn zugegangen und habe ihn angesprochen.“
In den Wochen nach dem Fest am 11. Januar zog sie sich zurück. Am 29. Januar 2018 wurde sie leblos in ihrer Wohnung in Schwabing aufgefunden. Sie litt seit Jahren an schweren Depressionen.
Friedrich von Thun gab noch am selben Tag eine Pressemitteilung heraus:
„Tief betroffen gebe ich bekannt, dass meine geschiedene Frau, Gaby von Thun, gestern ihrem Leben ein Ende bereitet hat. Es war ihr wichtig, sich auf liebevollste Weise schriftlich von ihrer Familie und ihren Freunden zu verabschieden und um Verständnis zu bitten. Sie ist friedlich eingeschlafen, in der Überzeugung, die Chance für ein nächstes Leben zu bekommen.“
Am Telefon hatte er der Abendzeitung München bereits gesagt: „Es ist zu traurig, um darüber zu sprechen.“
Der Abschiedsbrief
Bei der Trauerfeier las eine Freundin auf Gabys ausdrücklichen Wunsch ihren Abschiedsbrief vor. Den vollständigen Wortlaut dokumentierte die Abendzeitung München:
„Ich habe mein Leben nicht weggeschmissen. Ich bitte alle um Verzeihung und Verständnis, denen ich mit meinem Schritt Kummer bereite. So wie mein Leben zuletzt war, wollte ich nicht mehr existieren. Ich gehe aber ohne Bitterkeit. Und in Liebe zu allen, die immer für mich da waren. Ich glaube ganz fest an die Chance eines nächsten Lebens. Dort will ich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. In Liebe, Gaby.“
Willy Michl sagte der Abendzeitung nach dem Gottesdienst: „Wir werden nicht traurig sein, denn wir wissen, dass wir uns wiedersehen — die Botschaft war mir wichtig.“
Der Pfarrer entließ die Trauergemeinde — darunter Angela Wepper, Bernd Herzsprung sowie Friedrich von Thuns Kinder Max und Gioia — mit den Worten: „Sagen Sie Ja zum Leben — auch wenn es nicht immer einfach ist.“
Bestattet wurde Gaby Schniewind in Nürnberg, bei ihrer Mutter. Nicht in München.
Was bleibt
Friedrich von Thun wird am 30. Juni 2026 84 Jahre alt. Er steht noch auf der Bühne, dreht noch, liest noch. Sein Name steht in Programmheften.
Gabys Name taucht meistens in einem einzigen Satz auf: „seine zweite Frau, die 2018 starb.“ Sie hat drei Bücher hinterlassen, einen Abschiedsbrief, den sie selbst geschrieben hat, und eine Geschichte, die mehr ist als diese eine Zeile.
Hinweis: Wenn Sie selbst in einer Krise sind oder sich Sorgen um jemanden machen, erreichen Sie die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Häufig gestellte Fragen zu Gabriele Schniewind
Wer war Gabriele Schniewind?
Gabriele Schniewind, auch bekannt als Gaby von Thun, war eine deutsche Modedesignerin und Buchautorin, geboren 1952. Sie war von 1999 bis 2009 mit dem österreichischen Schauspieler Friedrich von Thun verheiratet und veröffentlichte in ihrem Leben drei Bücher zu spirituellen Themen.
Wie ist Gabriele Schniewind gestorben?
Gabriele Schniewind wurde am 29. Januar 2018 leblos in ihrer Wohnung in München-Schwabing aufgefunden. Sie litt seit Jahren an schweren Depressionen. Friedrich von Thun bestätigte in einer Pressemitteilung, dass sie ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hatte.
Welche Bücher hat Gaby von Thun geschrieben?
Gaby Schniewind veröffentlichte drei Bücher: Auf der Suche nach Gott (2006, Wunderlich Verlag), Der liebe Gott sieht aus wie ein Elefant, oder? (2008) und Erleuchtung verzweifelt gesucht (2016, O.W. Barth Verlag). Das letzte Buch entstand nach ihrer Scheidung von Friedrich von Thun und handelt von ihrer persönlichen Sinnsuche.
Was stand in Gabriele Schniewinds Abschiedsbrief?
Gabriele Schniewind hatte vor ihrem Tod einen Brief geschrieben, der auf ihren ausdrücklichen Wunsch bei der Trauerfeier vorgelesen wurde. Darin schrieb sie unter anderem: „Ich habe mein Leben nicht weggeschmissen“ und „Ich glaube ganz fest an die Chance eines nächsten Lebens.“ Die Abendzeitung München dokumentierte den vollständigen Wortlaut.
Quellen: Abendzeitung München — O.W. Barth Verlag — IMDb — Getty Images Archiv

