Michael Hornauf spielte den Enkel in „Die Unverbesserlichen“, dann verschwand jede Spur

Sieben Fernsehauftritte zwischen 1965 und 1971, danach 55 Jahre lang kein einziges gesichertes Lebenszeichen mehr. So lässt sich zusammenfassen, was über den Schauspieler bekannt ist, der als Kind den Enkel Michael Wichmann in der ARD-Familienserie „Die Unverbesserlichen“ spielte. Sein Name im Abspann: Michael Hornauf.

Wer nach ihm sucht, findet nicht mehr als einen kurzen Datenbankeintrag bei IMDb und ein paar Filmografie-Listen bei deutschen Fernsehportalen, obwohl er als Kind sieben Jahre lang regelmäßig im deutschen Fernsehen zu sehen war und seine Serie erst im Mai 2025 wieder im NDR lief.



Wer ist Michael Hornauf?

Geboren wurde er am 19. März 1958. Bekannt wurde er als Kind durch die Rolle des Michael Wichmann in „Die Unverbesserlichen“, die zwischen 1965 und 1971 lief. Zwei weitere Rollen werden ihm zugeschrieben: eine in „Alle Hunde lieben Theobald“ (1969) und eine in „Doppelgänger“ (1971). Danach endet jede öffentlich nachweisbare Filmografie.

Angaben zu Wohnort, Familienstand und Kindern finden sich zwar in seinem IMDb-Profil, lassen sich aber durch keine zweite Quelle bestätigen. Gesichert sind dagegen die Sendedaten der ARD selbst: sieben Ausstrahlungen zwischen 1965 und 1971, danach keine mehr.

Die Rolle des Enkels in „Die Unverbesserlichen“

„Die Unverbesserlichen“ wird häufig als Serie beschrieben, war aber im Kern etwas anderes: ein jährlich neu produzierter Fernsehfilm mit derselben Besetzung, meistens rund um den Muttertag ausgestrahlt. Die Vorlage schrieb Robert Stromberger (1930 bis 2009), Regie führte Claus Peter Witt. Im Zentrum steht die Berliner Familie Scholz, allen voran Käthe Scholz, gespielt von Inge Meysel, die durch diese Rolle den Beinamen „Mutter der Nation“ bekam.

In dieser Familie ist der junge Darsteller der Enkel: Sohn von Doris Wichmann (Monika Peitsch) und Helmut Wichmann (Ralph Persson), Enkel von Käthe und Kurt Scholz (Joseph Offenbach). Die sieben Folgen im Überblick:

FolgeTitelErstausstrahlung
1Die Unverbesserlichen9. Mai 1965
2Nichts dazugelernt15. Mai 1966
3…und ihr Optimismus2. April 1967
4…und ihre Sorgen12. Mai 1968
5…und ihre Menschenkenntnis25. Mai 1969
6…und die Liebe17. Mai 1970
7…und ihr Stolz9. Mai 1971

In Folge 6 hat die Figur eine kleine, aber im Drehbuch fest verankerte Funktion: Der Enkel Michael ist es, durch den Kurt und Käthe Scholz erfahren, dass ihr frisch verheirateter Schwiegersohn ohne sie einen Empfang in einem Luxushotel gefeiert hat. Die Rolle bleibt klein, hat aber tatsächlich Einfluss auf die Handlung.

Ein Kind wächst im Jahresrhythmus vor der Kamera auf

Der Produktionsrhythmus macht diese Rolle ungewöhnlich. Weil jeweils nur eine Ausgabe pro Jahr entstand, ist der Darsteller über die sieben Folgen hinweg tatsächlich beim Älterwerden zu sehen: sieben Jahre alt bei der Premiere 1965, dreizehn bei der letzten Ausgabe 1971. Zwischen den Ausstrahlungen liegen jeweils rund zwölf Monate reales Leben, nicht nur Drehbuchzeit. Die ersten Folgen entstanden noch in Schwarz-Weiß.

Diese Konstellation ist in der deutschen Fernsehgeschichte selten. Kinderrollen werden meist innerhalb weniger Wochen abgedreht, oder sie werden bei einem Zeitsprung neu besetzt. Hier wuchs dasselbe Kind sechs Jahre lang, öffentlich dokumentiert, vor einem großen Publikum auf.

Für die deutsche Fernsehgeschichte hat die Reihe darüber hinaus eine gewisse Bedeutung: Autor Robert Stromberger griff das Konzept einer Berliner Familie im Alltag später erneut auf und entwickelte daraus „Diese Drombuschs“, eine der erfolgreichsten deutschen Familienserien der achtziger Jahre. „Die Unverbesserlichen“ gilt in Fachkreisen als deren früher Vorläufer.

Keine Spur nach 1971

Weder IMDb noch TMDB führen für den Schauspieler einen einzigen Eintrag nach 1971. Auch spezialisierte deutsche Portale wie fernsehserien.de, moviepilot.de oder filmreporter.de listen keine späteren Rollen, keine Interviews, keine Meldungen über seinen weiteren Werdegang.

Ein LinkedIn-Profil sowie ein Facebook-Profil mit demselben Namen lassen sich ihm nicht zuordnen, es fehlt jeder überprüfbare Zusammenhang zur Person aus der Serie. Auch die im IMDb-Profil genannten Angaben zu Wohnort und Familie bleiben eine unbestätigte Einzelquelle.

Diese Lücke ist das eigentliche Ergebnis der Recherche. Zu einer Person, die als Kind sieben Mal im deutschen Vorabendprogramm zu sehen war, existiert seit 55 Jahren keine einzige öffentlich dokumentierte Lebensspur mehr.

Die Wiederholung 2025 und der aktuelle Stand

Am 30. Mai 2025 wäre Inge Meysel 115 Jahre alt geworden. Der NDR nahm das zum Anlass, ab dem 25. Mai 2025 erstmals seit fünfzehn Jahren wieder alle sieben Folgen von „Die Unverbesserlichen“ im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen, sonntags gegen 12:25 Uhr. Zuvor war die Reihe zuletzt 2010 beim BR gelaufen. Seit 2020 läuft sie zudem regelmäßig beim Pay-TV-Sender Heimatkanal und ist über Streamingdienste wie ARD Plus und MagentaTV verfügbar.

Mehr als ein Jahr nach dieser Wiederholung hat sich an der Faktenlage zum Darsteller des Enkels nichts geändert. Die Serie, in der er aufwuchs, gehört weiterhin zum festen Bestand des deutschen Fernseharchivs und wird dort immer wieder gezeigt. Über den Menschen dahinter ist seit 1971 nichts mehr bekannt geworden.


Quellen und weiterführende Informationen:

Daniela Seiler
Daniela Seilerhttps://apexmagazin.de/
Ich bin Daniela Seiler, Journalistin aus Holtland in Niedersachsen und Gründerin von Apex Magazin. Ich habe Journalismus studiert und danach vier Jahre in lokalen Verlagen gearbeitet, wo ich gelernt habe, dass Berichterstattung dann am stärksten ist, wenn man ihr nicht ausweicht, egal wie unbequem oder komplex das Thema ist. In dieser Zeit habe ich über ein breites Spektrum berichtet: Sportereignisse und Spielerporträts, nationale und internationale Nachrichten, gesellschaftliche Brennpunkte, Prominente und ihre Geschichten, Beziehungen und Hintergründe, Unterhaltung, Technologie, Gaming, Automobil, Wirtschaft und die Trendthemen, die Deutschland gerade wirklich beschäftigen. Kein Ressort war für mich jemals Pflichtprogramm. Ich habe mich für alle interessiert. Am 13. Mai 2026 habe ich Apex Magazin gegründet, weil ich ein Magazin aufbauen wollte, das keine künstlichen Grenzen zwischen Themen zieht und seinem Publikum gegenüber in jeder Zeile ehrlich bleibt. Hier schreibe ich selbst, jeden Tag, gemeinsam mit einem Team aus Redakteuren, Rechercheurinnen und Fachautoren, die denselben Anspruch teilen.

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