Simon Rydzek, Jahrgang 1994, wuchs in Oberstdorf auf, trainierte am Skigymnasium und betrieb Nordische Kombination beim SC Oberstdorf. Mit 16 beendete er den Wettkampfsport, studierte Chemie in München und forscht heute als Doktorand an der Universität Bayreuth. Sein Bruder Johannes wurde siebenmaliger Weltmeister und zweimaliger Olympiasieger. Seine Schwester Coletta gewann 2025 ihren ersten Weltcupsieg. Über Simon hat kaum jemand geschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Auf Einen Blick
| Vollständiger Name | Simon Rydzek |
| Geburtsjahr | 1994 |
| Geburtsort | Oberstdorf, Bayern |
| Verein | SC Oberstdorf |
| Sportart | Nordische Kombination (inaktiv seit ca. 2010) |
| Akademischer Abschluss | M.Sc. Chemie |
| Aktuelle Position | Doktorand, Organische Chemie, Universität Bayreuth |
| Arbeitsgruppe | Prof. Dr. Frank Hahn, Fakultät BCG |
| Eltern | Michael Rydzek, Marlene Rydzek |
| Geschwister | Johannes Rydzek (*1991), Coletta Rydzek (*1997) |
Herkunft und Familie
Simon Rydzek wurde 1994 als zweites von drei Kindern von Michael und Marlene Rydzek in Oberstdorf geboren. Sein Vater Michael war früher Eishockeyspieler. Trotzdem gingen alle drei Kinder zunächst denselben Weg: Wintersport, SC Oberstdorf, Skigymnasium.
Oberstdorf ist dafür kein gewöhnlicher Ort. Die Nordische Ski-WM 2005 fand hier statt. Das Skigymnasium trägt seit 2008 das Prädikat „Eliteschule des Sports“ des Deutschen Olympischen Sportbundes. An derselben Einrichtung wurden zur selben Zeit Karl Geiger und Katharina Althaus ausgebildet. Wintersport ist dort keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Infrastruktur, in die man hineingeboren wird.
Johannes Rydzek, der älteste der drei Geschwister, begann früh in der Nordischen Kombination und wurde siebenmaliger Weltmeister und zweimaliger Olympiasieger. Im März 2026 bestritt er in Oslo seinen 335. und letzten Weltcupstart. Coletta Rydzek, die jüngste, stand laut xc-ski.de mit drei Jahren auf den ersten Skiern, läuft heute im Weltcup als Zollbeamtin und gewann im März 2025 in Lahti ihren ersten Weltcupsieg.
Simon Rydzek schlägt seit seinem 16. Lebensjahr einen anderen Weg ein.
Sportkarriere: Nordische Kombination beim SC Oberstdorf
Die FIS-Athletendatenbank führt Simon Rydzek unter der Athleten-ID 145299. Zwischen 2009 und 2010 bestritt er für den SC Oberstdorf Wettkämpfe auf Alpen-Cup- und Junioren-Niveau:
- März 2009, Baiersbronn: Teamwettkampf Junioren
- Oktober 2009, Oberstdorf: Gundersen und Sprint
- 2010: weitere Starts auf Alpen-Cup-Niveau
Sein FIS-Status lautet bis heute: „Not active“.
Eine öffentliche Erklärung für den Schritt gab er nie ab. Er verließ das Skigymnasium Oberstdorf, legte sein Abitur ab und studierte anschließend Chemie in München. Ein sportlicher Misserfolg oder eine Verletzung sind nicht dokumentiert.
Studium und Forschung in Bayreuth
Nach dem Chemiestudium in München, das er mit dem Master of Science (M.Sc.) abschloss, wechselte Simon Rydzek als Doktorand an die Universität Bayreuth. Er forscht dort in der Arbeitsgruppe Organische Chemie von Professor Dr. Frank Hahn, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften.
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit der Frage, wie Naturstoffe in Pflanzen und Mikroorganismen entstehen und welche Enzyme dabei die entscheidenden Schritte übernehmen. Ziel ist es, diese biologischen Prozesse chemisch nachzubauen und für die Entwicklung neuer Wirkstoffe nutzbar zu machen. Simon Rydzek forscht in genau diesem Feld.
Publikation 2024: Erstautor in ChemCatChem
2024 erschien im internationalen Fachjournal ChemCatChem eine Studie, als deren Erstautor Simon Rydzek gelistet ist. Gemeinsam mit Florian Guth, Steffen Friedrich, Jakob Noske, Birte Höcker und Frank Hahn untersuchte er die chemoenzymatische Synthese von Kavalactonen, Wirkstoffen aus der Kava-Pflanze (Piper methysticum) aus dem Südpazifik.
Kavalactone binden an GABA-Rezeptoren im Gehirn und wirken angstlösend und entspannend. Über 18 verschiedene Kavalactone sind wissenschaftlich beschrieben, sechs davon gelten als Hauptwirkstoffe. Die stereoselektive Herstellung dieser Verbindungen ist pharmakologisch relevant, weil Kavalactone als mögliche Alternative zu synthetischen Beruhigungsmitteln erforscht werden. Die Studie beschreibt einen chemoenzymatischen Syntheseweg über dynamische Racematspaltung.
Rydzek, S. et al.: Chemoenzymatic Synthesis of Plant-Derived Kavalactone Natural Products by Dynamic Resolution. ChemCatChem, Bd. 16 (2024), Heft 23. DOI: 10.1002/cctc.202400883
Publikation 2023: Co-Autor in ACS Chemical Biology
Ein Jahr zuvor war Simon Rydzek als Co-Autor an einer Studie beteiligt, die in ACS Chemical Biology erschien. Die Arbeit untersuchte ein Rieske-Oxygenase-Enzym, das in der Biosynthese eines antifungalen Naturstoffs eine Oxidation in späten Biosyntheseschritten katalysiert. Antifungale Wirkstoffe, also Substanzen gegen Pilzinfektionen, sind medizinisch zunehmend gefragt, weil Resistenzen gegen bestehende Antimykotika weltweit zunehmen.
Guth, F.; Lindner, F.; Rydzek, S. et al.: Rieske Oxygenase-Catalyzed Oxidative Late-Stage Functionalization during Complex Antifungal Polyene Biosynthesis. ACS Chemical Biology, Bd. 18 (2023), Heft 12, S. 2450–2456. DOI: 10.1021/acschembio.3c00498
Die Familie Rydzek heute
Die Karriere von Johannes Rydzek endete im März 2026 in Oslo mit 335 Weltcupstarts, 26 Siegen, 71 Podestplätzen und 14 WM-Medaillen. Bundestrainer Eric Frenzel sagte über ihn: „Ein Athlet, der immer wieder bereit war, mit Wille und Ehrgeiz alles zu geben, Tag für Tag, über so viele Jahre — das schaffen nicht viele.“
Coletta Rydzek gewann ihren ersten Weltcupsieg im März 2025 in Lahti, vier ihrer fünf Podestplätze holte sie dort. Sie hat die Nordische Ski-WM 2029 ebenfalls in Lahti im Blick.
In den Berichten über beide kommt Simon Rydzek nicht vor. Er hat 2024 als Erstautor eine Studie in einem internationalen Fachjournal veröffentlicht und forscht an Wirkstoffen, die in der Pharmakologie Bedeutung haben könnten. Alle drei Kinder der Familie Rydzek aus Oberstdorf sind ihren Weg mit Konsequenz gegangen.
Häufige Fragen
Wer ist Simon Rydzek?
Simon Rydzek, geboren 1994 in Oberstdorf, ist Chemiker und Doktorand an der Universität Bayreuth. Er ist der jüngere Bruder von Johannes Rydzek und der ältere Bruder von Coletta Rydzek. Als Jugendlicher betrieb er Nordische Kombination beim SC Oberstdorf und besuchte das Skigymnasium Oberstdorf, beendete den Wettkampfsport jedoch mit 16 Jahren.
Ist Simon Rydzek der Bruder von Johannes Rydzek?
Ja. Johannes Rydzek, siebenmaliger Weltmeister und zweimaliger Olympiasieger in der Nordischen Kombination, ist sein älterer Bruder. Coletta Rydzek, Weltcupläuferin im Skilanglauf, ist seine jüngere Schwester.
Warum hat Simon Rydzek den Sport aufgegeben?
Eine öffentliche Erklärung dazu gibt es nicht. Bekannt ist, dass er das Skigymnasium Oberstdorf verließ, Abitur machte und danach Chemie studierte. Ein sportlicher Misserfolg oder eine Verletzung sind nicht dokumentiert.
Was studierte und forscht Simon Rydzek?
Er schloss ein Chemiestudium in München mit dem M.Sc. ab. Seitdem arbeitet er als Doktorand an der Universität Bayreuth in der Arbeitsgruppe Organische Chemie bei Prof. Dr. Frank Hahn. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Naturstoffbiosynthese und Biokatalyse.
Hat Simon Rydzek wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht?
Ja. 2024 erschien sein Erstautor-Artikel in ChemCatChem zur chemoenzymatischen Synthese von Kavalactonen. 2023 war er Co-Autor einer Studie in ACS Chemical Biology über die Biosynthese antifungaler Naturstoffe.
Quellen: Universität Bayreuth, Arbeitsgruppe Hahn | FIS-Athletendatenbank, Competitor ID 145299 | xc-ski.de, Coletta Rydzek Portrait, Nadine Gärtner (April 2025) | Sportschau.de, 12. März 2026 | SC Oberstdorf, Vereinschronik 2024 | eref.uni-bayreuth.de

